Geburtstagswunsch: Weltreise

Geburtstagswunsch: Weltreise

​wie alles begann


Im Frühjahr vor zwei Jahren entwickelte ich ein starkes Interesse an Osteuropa – ein Interesse in vielen Hinsichten. Nicht nur wollte ich mehr über die Geschichte, Kultur & Menschen erfahren, sondern auch dorthin reisen. Ich entschied mich dazu noch einen Schritt weiter zu gehen: Ich wollte dort leben. Polen sollte es werden. Nach einem Städtetrip nach Warschau war ich verliebt in die Idee für längere Zeit in diesem Land zu sein. Ein Land, welches zwar direkt neben Deutschland liegt, aber mir doch so fremd und fern war. Da ich zu dieser Zeit noch mein berufsbegleitendes Studium an der FOM in Hannover absolvierte, konnte sich dieses Bedürfnis mit meinem Studentenstatus koppeln. Aus meinem tiefsten Inneren motiviert startete ich eine Organisationsarie: Ich pausierte meinen Arbeitsvertrag als Werksstudentin, nahm ein Urlaubssemester, beantragte Auslandsbafög, kündigte meine Wohnung und zog nach Polen. Im Oktober 2016 startete mein Auslandssemester in der wunderschönen Stadt Krakau.

Oleg und ich waren uns zu diesem Zeitpunkt sicher, dass unsere Beziehung dieses Semester überstehen würde und stark genug gewachsen war. Wir skypten jeden Tag, hatte gemeinsame Ausflüge und eine längere Besuchszeit über Weihnachten geplant. In dieser Zeit stellte ich fest, dass egal wie stark motiviert und wie unerschöpflich ehrgeizig ich für dieses Ziel “Polen” gekämpft hatte – es fiel mir so schwer diese Erfahrungen, dieses neue Land, alles was ich erlebte nicht mit ihm teilen zu können. Ich war selbst überrascht, wie wenig ich mich allein zurecht finden wollte, wie ich anfing mich dagegen zu sträuben und meine Entscheidung immer wieder in Frage stellte. Wie sollte ich in Krakau, ohne die Person, mit der ich jeden witzigen, schönen oder traurigen Moment teilen möchte, leben? Es wurde für mich schwieriger als gedacht, mich in meiner neuen Umgebung einzuleben. Ich bekam viel Besuch von meinen Freunden und auch von Oleg. Und ich war häufiger in Deutschland als jemals geplant.

Im November hatten wir gemeinsam mit zwei Freunden eine Reise nach Barcelona geplant. In Berlin startete und endete unser Städtetrip. Zu Olegs Geburtstag wollten wir wieder zurück in Berlin sein und ich hatte für uns eine Airbnb-Wohnung gebucht sowie eine Art Schnitzeljagd durch Berlin Kreuzberg geplant (Stadtspiel (Ver-)Führung).

In schmerzlicher Novemberkälte konnte uns nur Alkohol warm halten. Durch den Stadtteil Kreuzberg liefen wir so über mehrere Stunden, lösten Rätsel und folgten Hinweisen. Die letzte Bar unserer Tour erreichten wir halb erfroren. Wir entschieden eine Art Geburtstagsspiel zu spielen. Wir hatten eine kleine Tafel & Kreide dabei, die uns bei der Schnitzeljagd als Antworttafel diente. Jeder unserer Vierer-Runde sollte darauf etwas schreiben, das wir Oleg wünschten – auch Oleg selber. Einer seiner Wünsche: eine Weltreise machen. Als ich diese Worte auf seiner Tafel las, wurde in mir eine bereits länger brodelnde Idee mit Leben gefüllt. Ich bin ein Pläne-Mensch, mache diese gerne und häufig bereits 6-12 Monate im Voraus. Bis zu diesem Zeitpunkt endeten meine Pläne im August 2017 und ich spielte häufiger verschiedene Szenarien in meinem Kopf durch – der Einstieg ins Vollzeitarbeitsleben, ein Masterstudium, eine neue Stadt, eine Pause, eine Weltreise?

Eines dieser Szenarien hatte gerade Zuspruch gefunden und mir Perspektiven geschaffen. In unserer gemeinsamen Zeit um Weihnachten und Silvester spielte mein Kopf immer wieder mit der Idee dieses Zukunftsszenario Oleg vorzustellen. Die Umstände waren super, Geld kann man verdienen und wenn ich in Krakau eines gelernt hatte, dann, dass ich für diese Reise meines Lebens einen Partner an meiner Seite haben wollte, meinen Partner – Oleg. Ich träumte schon lange davon und jetzt sollte es wirklich möglich werden? Im Januar buchten wir unsere One-Way-Flüge nach Bangkok und seither schaffen wir uns von Woche zu Woche ein neues Zuhause auf diesem vielfältigen, bunten, wunderschönen Planeten Erde unter dem Motto – travel to travel – (mehr dazu).


musikalische begleitung:

TEILE DIESEN POST


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *