Luang Prabang: Touristenhochburg mit Charme

Luang Prabang: Touristenhochburg mit Charme

kröten, palmen & mönche

Wir haben auf unserer Reise einen etwas längeren Aufenthalt in Luang Prabang eingeplant, vermutlich länger als die meisten Touristen diese Stadt besuchen. 10 Tage lang durfte uns diese Kleinstadt-Idylle aufnehmen und von sich verzaubern lassen. Wie bereits in – Laos: Please don’t rush – beschrieben, hat es uns diese Stadt durchaus angetan. Sie hat Charme und die Lage direkt am Mekong versorgte uns immer wieder mit dem ein oder anderen atemberaubenden Panorama. Die Stadt wird allerdings auch stark von Touristen besucht. Vor allem am Morgen und am Abend entwickelt sich Luang Prabang zu einem Freizeitparadies für Traveller und es gibt kein eigenes Stadtgeschehen mehr, außer der Bedürfnisbefriedigung der schaulustigen, hungrigen Touristen. Mit Minibussen und Tuktuks werden die Reisenden aller Welt aus den Hotels & Gästehäusern der Umgebung im Stadtkern abgesetzt und nach ein paar Stunden wieder eingesammelt. Jeden Tag gibt es drei Attraktionen in dieser Stadt, die garantiert in jedem Programmheft zu finden sind: der Almosengang der Mönche, der Frischmarkt am Morgen sowie der Nachtmarkt abends.

5:30 Uhr morgens – die Touristen werden in Bussen in die Stadt gefahren und abgesetzt. Jeden Morgen gegen 6 Uhr laufen die Mönche der Stadt, barfuß und traditionell in orange gekleidet, durch die Straße und sammeln Almosen ein. Eine Tradition, die Bestandteil des buddhistischen Lebens ist. 

Es gibt Damen, die auch an Touristen Reis & Bananen verkaufen, damit diese direkt am Geschehen teilhaben können. Man setzt sich an den Straßenrand und gibt jedem Mönch eine Gabe. Es gibt viele Hinweisschilder in der Stadt, die erläutern wie dieses tägliche Ritual reibungslos verlaufen soll. Hierbei wird zum Beispiel auf angemessene Kleidung hingewiesen oder darauf, dass man möglichst fünf Meter Abstand zu den Mönchen halten soll. Respekt zeigen und den Ablauf so wenig wie möglich stören – das ist der Wunsch. Gerade beim Fotografieren soll Rücksicht genommen werden. Was wir erlebten, als auch wir uns dieses Spektakel anschauen wollten, war peinlich und unangenehm. In meiner Vorstellung ist eine Zeremonie dieser Art so früh am Morgen ruhig und friedlich. Es war laut, hektisch und überfüll. Überall standen Touristen. Die Mönche haben zum Teil kaum einen Weg aus der Menschenmenge herausgefunden. Die meisten Touristen haben statt der gewünschten fünf, vielleicht einen halben Meter Abstand gehalten. Wir erlebten so viele aufdringliche Touristen und alles was in meinem Kopf vor sich ging war: das ist meine Definition von Fremdschämen.

Um 6:30 Uhr war die erste Attraktion vorbei und direkt in der Mitte der Stadt findet ein morgendlicher Frischmarkt – der Wet Market – statt. Hier werden hauptsächlich Lebensmittel verkauft, dafür in reichlicher Vielfalt: viel Fleisch, Fische jeglicher Größe, Krebse, Kröten, Schlangen, Hühner, Gemüse & Obst, Reis & Nudeln, getrocknete Lebensmittel, Kräuter, warme Speisen und Kaffee. Wir haben sogar tote Eichhörnchen gesehen – es scheint keine Grenzen zu geben. Dieser Markt hat etwas Aufregendes und auch ein paar Locals kauften hier ein. Doch leider wurden die Touristenmassen einfach von einer Attraktion zur Nächsten gefahren und damit war auch dieser Markt viel zu überfüllt. Es war nicht möglich richtig zu gehen. Wir haben diese Attraktionen an einem Samstag besucht, vielleicht lag da der Fehler.

Ein Fazit? Es fällt mir schwer den morgendlichen Almosengang als Attraktion weiterzuempfehlen, weil ich mir wünschen würde, dass er mehr Raum für seine ursprüngliche Tradition bekommen würde. Weil ich mir wünschen würde, dass die Stimmung dem Anlass entsprechend wäre und nicht einem Schauplatz für Touristen. Der Frischmarkt ist interessant anzusehen und empfehlenswert. Vielleicht solltet ihr jedoch erst ab 7:30 Uhr einen Besuch dorthin planen um den Menschenmassen des Almosengangs zu entweichen.

 

Jeden Abend findet im Stadtkern ein Nachtmarkt statt: An einer reichlichen Auswahl Fisch, Fleisch, Kuchen, Obst, Smoothies, Baguettes, Crepes, Nudelsuppe uvm. könnt ihr euch dort bedienen. Die Preise sind fair und man zahlt meist 1-2 Euro je Gericht. Der Streetfood-Bereich ist in einer kleinen Seitenstraße, die häufig stark befüllt ist mit Travellern. Am östlichen Eingang des Marktes gibt es zusätzlich noch eine Reihe an Ständen mit Baguettes & Smoothies. Die Besonderheit an diesem Nachtmarkt: das Luang Prabang Buffet. Ein vegetarisches AllyoucanEat-Buffet, bei dem man für 15000 Kip eine blaue Plastikschüssel zum selbst Befüllen bekommt. Es gibt eine Auswahl an Nudeln, Reis, Obst und Gemüse. Fleisch kostet zusätzlich. Leider war das Buffet für mich geschmacklich nicht sonderlich überzeugend (fettig & kalt) und ich fand die Hygiene mangelhaft. Für den Preis kann man aber kaum meckern!

 

Und was macht man tagsüber in Luang Prabang?

Wer nicht bereits eine Trekking-, Boots- oder Kajak-Tour gebucht hat, plant auf Elefanten zu reiten oder sich mit Massagen verwöhnen lassen möchte, der könnte zum Beispiel die folgenden Optionen in Betracht ziehen:

Wasserfall Kuang Si

achja, diese Wasserfälle. Es gibt auch in der Umgebung von Luang Prabang Wasserfälle und der Kuang Si Waterfall ist sehr beliebt und bekannt. Viele Bilder zeigten ihn uns als fast türkisblaues Badeparadies. Wir waren gespannt und wollten so früh wie nur möglich ein paar Eindrücke für uns allein sammeln – vor den Touristenmassen. Dafür solltet ihr so früh wie möglich zum Wasserfall (geöffnet ab 8 Uhr). Wir haben uns entschieden mit dem Roller (120.000 Kip) den ca. 30km langen Weg zu bestreiten – Tuktuks oder eine organisierte Tour über Hotel / Travelagentur können (mit Verhandlungsgeschick) günstigere Alternative sein. Leider ging unser Plan nicht ganz auf und wir waren später als erhofft am Wasserfall, sodass wir uns einer Reihe Hobbyfotografen & Selfiekünstler anschließen konnten. Das Wasser war bei uns braun – braun wie der Mekong. Der Eintritt kostet 20.000 Kip. Ich schätze für den Wasserfall gilt – Timing ist alles! 

 

Utopia 

Utopia ist eine Wohlfühl-Oase für Yoga-Fans und Bücherratten. Für Hippies und für Biertrinker. Für Tanzmäuse und Instagramfans. Für euch alle ist diese Bar ein Traum. Direkt am Seitenfluss des Mekong gelegen gibt es diese Location, etwas versteckt, aber mit Maps.Me einfach zu finden. Es gibt eine tolle Auswahl an Getränken und Essen und so viele Sitz-/Liegemöglichkeiten – es fällt schwer sich zu entscheiden. Die Lösung: ganz häufig dort verweilen und einfach entspannen, schlummern, lesen oder quatschen. Zum Sonnenaufgang gibt es dort Yoga-Kurse. 

Neben dem Big Tree Cafe war dies unsere Lieblingslocation. Die Lokale direkt am Mekong sahen dank einer hübschen Aussicht auch sehr einladenden & romantisch aus. Wir haben jedoch kaum Restaurants besucht, da wir uns morgens im Gästehaus mit Frühstück, mittags mit Smoothies und abends mit Streetfood versorgten. 

 

Fahrradtour

Es ist nicht so, als könnten wir euch eine Top-Luang-Prabang-Route empfehlen oder vorschlagen. Es geht mehr um die Art der Fortbewegung. Luang Prabangs Stadtkern ist nicht sehr groß und lässt sich prima mit dem Rad erkunden, mal links, mal rechts und man wird sich nie verfahren. Viele Gästehäuser und Hotels verleihen Fahrräder. Auch Luang Prang kann eine stolze und hübsche Vielzahl an Tempeln bieten, die ihr auf diesem Weg optimal besichtigen könnt. Und wer fährt eigentlich nicht gerne mit dem Fahrrad neben der Idylle von ein paar Palmen direkt am Mekong entlang?

 

Mount Phou Si

Dieser Berg ist mitten in der Stadt, direkt neben dem Nachtmarkt und etwas, das ihr nicht verfehlen könnt. Es wird immer ein paar Touristen geben, die zu jeder Tageszeit die paar hundert Stufen den Berg hinauf klettern um sich selbst von der hervorragenden Aussicht zu überzeugen. Wir können es bestätigen – es ist toll! Ihr habt eine klasse Aussicht über Land, Berge & Mekong und bekommt ein Gefühl für die Größe der Stadt. Jedoch gibt es diese Aussicht nicht umsonst – Eintritt kostet 20.000 Kip pro Person. 

 

Unsere Streetfood-Top-Empfehlungen

  • belegte Baguettes: wir haben auf Majo verzichtet, sicher ist sicher (fast egal wo)
  • Nudelsuppe 15000 Kip: frische Kräuter, guter Geschmack, eigene Auswahl der Nudelsorte (Som Chan Noodle: Lady ganz am Ende rechts der Food-Seitenstraße auf dem Nachtmarkt)
  • Nutella-Peanut-Gebäck für 8000 Kip: oh, eine wahre Sünde, die aber so gut schmeckt! (ganz vorne am Eingang der Food-Seitenstraße auf dem Nachtmarkt)
  • Smoothies: wir empfehlen euch unseren absolut Lieblingsstand – größter Becher, beste Konsistenz, voller Geschmack (Stand in der Seitenstraße hinter dem Königspalast, nicht direkt in der Reihe der tausend Smoothie-Stände)

 


Kleiner Tipp für Reisende nach Vientiane

Die Bustickets bekommt ihr am BusTerminal South (rund 2km vom Zentrum, super mit Rad oder Roller) für 150.000 Kip pro Person. Die meisten Travelagenturen bieten die Tickets für rund 190.000 Kip an! Investiert ruhig ein paar Euro mehr für den Sleeping-Bus (Liegeplätze) und verzichtet auf den VIP-Bus (Sitzplätze). Die Fahrt wird kurvig und holprig, aber es gibt sogar Verpflegung (Fried Rice, Candy & Wasser). 

 

TEILE DIESEN POST


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *