Pushkar: SCHLEMMERPARADIES

Pushkar: SCHLEMMERPARADIES

was wir in pushkar gemacht haben? 

Pushkar ist ein Ort, der als Pilgerstätte gilt. Jeder Hinduist sollte einmal in seinem Leben nach Pushkar und zum dort gelegenen heiligen See gepilgert sein. Viele europäische Touristen zieht es in diese Stadt zwischen Jaipur und Jodhpur. Mehr hatten wir über diesen Ort nicht gelesen, bis Mark & Louise ihn als ihr nächstes Reiseziel erwähnten. Da unsere Reisepläne sehr offen waren und uns die Idee mit den beiden weiterzureisen sehr gefiel, ging es ein paar Tage vor Weihnachten mit einem privaten Fahrer und Auto Richtung Pushkar. Das Internet war uns behilflich bei der Suche nach einem ausreichend großen Auto für unser Gepäck und vier Peronen. Die Fahrt war sehr angenehm und eine angenehme Abwechslung zu dem Stress, den wir häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln erleben. Einfach in das Auto vor der Tür steigen, kein Gepäck, kein Tuktuk, keine Platzsuche, keine anderen Fahrgäste. Einfach nur wir vier und ein Fahrer, der zwar kein Wort mit uns wechselte, dafür alle 10 Minuten einen Anruf auf seiner Freisprechanlage erhielt. Mark erzählte auf der Fahrt von seinem letzten Besuch in Pushkar, vor 22 Jahren. Er war damals zur Kamel-Messe vor Ort gewesen, ein Event, welches tausende von Menschen in den kleinen Ort zieht und auch für Touristen reizvoll ist. Zu dieser Zeit im Oktober des Jahres sind die Hotelpreise fünffach so hoch und die Stadt quillt über. Bei unserer Ankunft sahen wir vor allem viele Kühe und ein paar Menschen. Und was wir gelesen hatten stimmte tatsächliche – auf einmal sahen wir so viele Spanier, Franzosen und Deutsche wie nie zuvor. Als wir die ersten Speisekarten auf Spanisch entdecken, waren wir durchaus überrascht. Im Laufe der Tage stellten wir fest, dass viele dieser Reisenden ihre Zelte in Pushkar aufschlagen und einfach dort hängenbleiben. Kaum jemand wirkte auf der Durchreise, so wie wir. Die meisten wirkten eher als seien sie In Pushkar länger Zuhause und wir trafen regelmäßig die gleichen Gesichter, die die indischen Menschen auf der Straße per Handschlag grüßten und auch äußerlich sehr angepasst an die Einheimischen unterwegs waren. Unsere Unterkunft in Pushkar war sehr günstig und strahlte ein angenehmes Hippie-Feeling aus – so wie die ganze Stadt. Für ein Doppelzimmer zahlten wir hier vier Euro die Nacht und konnten uns absolut nicht beklagen. Es gibt einige gute Rooftop-Bars, wie Lauras Cafe oder die Dachterasse vom U-Turn Hotel, die einen grandiosen Blick über den See und zum Sonnenuntergang bieten. Wir blieben jedoch selten zum Abendessen, sondern landeten viel zu häufig in der Falafel-Ecke. Pushkar besteht aus touristischem Auge letztlich aus einem großen Bazar, der sich auf eine lange Straße rund um den See verteilt. Und wer dort langwandert, wird auch die Falafel-Ecke nicht verpassen können. Junge Männer wedeln mit Speisekarten und locken mit Falafel-Kostproben. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist super und die Falafel-Rolls schmecken einfach grandios. Sie werden mit viel Liebe zum Detail zubereitet und wir bekamen häufig noch einen Welcome-Chai kostenlos dazu.

Letztlich ist Pushkar ein Schlemmerparadies – sei es ein reichhaltiges Thali, ein knuspriges Masala Dosa, kalorienreiche Chocolate Balls, die Falafel-Wraps oder eine riesige Schüssel Müsli mit frischen Früchten. Zu jeder Tageszeit findet man in Pushkar den passenden Anlass um etwas zu essen. Und wenn es doch nur ein Chai sein soll, wird der Chai-Mann direkt auf dem Marktplatz dich mit offenen Armen empfangen. Viele Touristen landen als Stammgäste auf seinen kleinen Hockern und schlürfen Chai, Kaffee oder heiße Zitrone. Sogar eine Eistruhe hat der gute Mann! Eines Abends sahen wir Chai-Mann eine rote Flüssigkeit trinken und er berichtete uns, dass er Husten hätte vom Smog einer langen Rollertour. Da auch Oleg & Louise husteten wie starke Raucher, fragten wir ihn nach der Medizin und einem Ort um sie zu kaufen. Kurzerhand hüpfte der stets schick gekleidete Mann auf seinen Roller und fuhr zur nächsten Apotheke um uns mit Hustensaft zu versorgen. Von diesem Tag an tranken wir noch mehr Chai als schon zuvor.

In Pushkar kommen die immer hungrigen Bären von euch voll auf ihre Kosten und Fans von Bummeln und Tee trinken erst recht. Die Stadt war für uns eine kleine Erholungsoase nach Delhi & Jaipur. Es gab zwar um einiges mehr Kühe, aber auch deutlich mehr ruhige Momente. Sagen wir, ich hatte nur noch 2 Mal am Tag Sorge darum, dass ein Roller über meine Füße rollt wie eine Walze statt 20 Mal am Tag. Das macht die Stadt doch sofort sympathisch, nicht wahr? Und wer auf Trouble und ein einmaliges Erlebnis hofft, der sollte die Stadt zur Kamelmesse besuchen. Die Stadt ist in jedem Fall einen Besuch wert. Leider haben wir kaum Fotos gemacht, ups.

Unser nächstes Reiseziel hieß Jodhpur und es war sehr kostengünstig & einfach mit dem Local-Bus morgens um 7 Uhr dorthin zu gelangen. Wir zahlten 200 Rupees pro Person und bei dem Grinsen der beiden Agency-Verkäufer, kann ich mir vorstellen, dass dieser Preis noch überteuert war. Nach fünf bis sechs Stunden Fahrt erreichten wir die Blue City und waren mal wieder erstaunt wie viele Menschen in einen einzigen Bus passen.

 

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