Stress im Paradies

Stress im Paradies

im kampf gegen alltagsstress

Vor sieben Wochen sind wir dank Eurowings für schlanke 290 Euro One-Way von Hamburg (über Köln) zum ersten Mal nach Thailand (Bangkok) gejettet. Das war die super low-budget Variante ohne Verpflegung und Entertainment, dafür mit Schnittchen und guter Musik vom iPhone im Ohr. Seit zwei Wochen befinden wir uns wieder in Thailand und mehrere praktische Umstände sorgen immer wieder für eine Verlängerung unseres Aufenthaltes. Zum einen haben wir Oleg ein Thailand-Visum für 40 Dollar besorgt, welches sich rentieren soll um meine kleine BWL-Ader glücklich zu machen. Zum anderen profitieren wir immer wieder von günstigen Unterkünften, die uns (meist) ein kleines Zuhause schenken, das wir gar nicht wieder verlassen wollen (mehr dazu). Seit wir reisen haben wir gerade mal rund 320 Euro pro Monat für Unterkünfte ausgegeben. Dafür würden wir in Deutschland etwas länger nach einer netten Wohnung suchen. 

Was zuletzt geschah? Nachdem unser erstes Hostel in Bangkok nicht zu unserem Favoriten wurde, wechselten wir die Unterkunft (mehr dazu). Die Wahl fiel auf das iSanook Hostel, in dem wir sehr zufrieden waren. Dort konnten wir zusätzlich richtig gut an unserem Blog & Videos über die Weltreise (Youtube) arbeiten. Wir haben uns in der Umgebung schnell wohl gefühlt und bereits nach zwei Tagen im Umkreis von 500 Metern ein Lieblings-PadThai-Lokal, einen guten Kaffee-Stand und den besten Mango-Smoothie Bangkoks für uns entdeckt. Doch die Hauptstadt Thailands erreichte bei uns eine Sättigungsgrenze – es war genug Trouble.

In zwei Monaten Weltreise haben wir in drei Ländern 13 Städte bereist und dabei in 18 verschiedenen Unterkünften gewohnt, geschlafen, gearbeitet.

Gerade in großen Städten und räumlich stark begrenzten Schlafräumen wie in einem Hostel wird der Alltag dann manchmal doch zu Stress. Denn es gibt einen Grund warum Menschen es bevorzugen sich ein Urlaubsresort mit All-Inclusive-Verpflegung und dem Strand vor der Tür zu buchen und um ihre zwei Wochen arbeitsfreie Zeit gebührend zu genießen – sie versuchen jeglicher Gefahr des „Urlaubsstresses“ zu entgehen. Gerade Rundreisen & Ausflüge birgen da Gefahren und so natürlich auch eine Weltreise. In den letzten Wochen habe ich feststellen müssen, wie sich unsere Unterkunft auf meine Stimmung auswirken kann. Und vor allem wie dadurch die Wahl der richtigen Unterkunft sowie der Buchungsprozess schon der erste Stressfaktor werden können.

Gleiches Spiel bei der Suche nach Nahrung – fremde Gerichte, nicht lesbare Speisekarten und die Gefahr, dass dieser Laden derjenige sein könnte, der mir Magenprobleme verursacht können mich, vor allem hungrig, reizbar machen. Reiseagenturen, die dir überfreundlich ein verlockendes Angebot für den Reisebus machen und obwohl du denkst, dass dein Deal gut war, ärgerst du dich zwei Stunden später noch eine günstigere Variante gefunden zu haben.

Der Alltagsstress unserer Reise kann je nach Tagesstimmung von mir abprallen oder sich tief in meine Gedanken futtern und meine Stimmung trüben. Dies wiederum bekommt auch Oleg ab und an diesem Punkt muss ich mich stoppen, mir meine selbsterzeugte Stresswelt vor Augen führen und mit der Realität gleichsetzen. Klingt wie eine mathematische Formel, die mir zeigt, dass wir zwar seit sieben Wochen auf Reisen sind, mein Kopf aber noch nicht seinen Reise-Ruhe-Modus erreicht hat. Auf einer Skala von 1 bis 10 entspricht mein Erholungsfaktor vielleicht einer 6. Daran muss ich arbeiten, für mich und für Oleg. Für diese Reise und für die armen Menschen auf der Straße, die niemals eine grummelige Lena anschauen sollten.

Vielleicht sind weniger Reiseziele und längere Aufenthalte an einem Ort der Schlüssel zur Entspannung?

Wir testen es in Chiang Mai, dem Erholungsort im Norden Thailands. Die Menschen von Lonely Planet sind sich sicher, dass dies die Stadt ist, in der man seine Batterien auftankt – mit hervorragendem Essen und gemächlichen Wanderungen. Für die ersten drei Nächte hatten wir bewusst eine Unterkunft etwas abseits vom Zentrum gewählt, die den folgenden Kriterien entsprechen sollte: grün, ruhig, gemütlich und mit Pool. Unsere Wahl fiel auf das Rice Barns & Rooms. Abgesehen von dem häufigeren Auftreten von Mücken aufgrund des gewünschten tropischen Feelings mitten im Nirgendwo waren wir überglücklich mit dieser Unterkunft. Es ähnelte einer Art Homestay mit großem Garten, einer tierischen Vielfalt wie auf dem Bauernhof (Hunde, Katzen, Enten, Fische und ein Schaf), familiärer Atmosphäre und einer Gemeinschaftsküche.

Oleg hat bis zu unserer Weltreise noch keine Erfahrungen mit Homestays gesammelt und ist immer wieder sehr positiv überrascht. Für manche klingt es vielleicht zu privat, zu sehr nach „im Haus von Fremden“. Wir können allen Zweifelnden guten Gewissens mitteilen, dass bisher alle Homestays in Vietnam & Thailand wie ein kleines, gemütliches Hotel waren. Der Unterschied zum Hotel: Man fühlt sich selbst schnell wie in einem Ferienhausurlaub mit Freunden, die regelmäßig saubermachen und viele gute Tipps & Hinweise haben. Wer seinen Freiraum sucht, kann ihn auch hier finden – wie im Hotel. Jedoch kann man die Locals dadurch direkt unterstützen und wohnt häufig viel näher am wahren Geschehen des jeweiligen Ortes. Und weil wir auch mit Airbnb-Wohnungen positive Erfahrungen gemacht wohnen wir zurzeit in einem hübschen, modernen Condo direkt neben einem lokalen Food-Court. Um das Stresspotenzial zu minimieren, haben wir heute beim Frühstück gleich einmal unseren Aufenthalt verlängern lassen.

Und wisst ihr was wir in Chiang Mai auch schon gefunden haben? Vorzügliche Bananen-Smoothies für einen entspannten Start in den Tag! 

Lest mehr zu unseren Abenteuern in Chiang Mai – hier!

Dieser Artikel wurde auch im Online-Magazin reisereporter veröffentlicht. Siehe hier!

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