Traveldiary Malaysia: Cameron Highlands

Traveldiary Malaysia: Cameron Highlands

bilder für die ewigkeit

R U N D R E I S E   M A L A Y S I A


P U L A U   P A N G K O R

I P O H

C A M E R O N   H I G H L A N D S

P U L A U   P E N A N G

P U L A U   L A N G K A W I

K U A L A   L U M P U R


Von Ipoh in die Cameron Highlands – das ist unser Ziel. Ein Reisetag steht an und früh morgens sind wir noch recht unwissend darüber, wie unser Tag ablaufen wird. In Ipoh gibt es einen zentralen kleinen Busbahnhof und ein großes Busterminal, das etwas außerhalb liegt. Wir versuchen beim kleinen Busbahnhof unser Glück und fragen nach Tickets zu den Cameron Highlands. Dieses Stichwort ist hier bekannt und uns wird rasend schnell eine handgezeichnete Liste mit Abfahrtszeiten gezeigt. Schnell steht fest – wir müssen erstmal zum Busterminal Amanjaya, dem großen Busterminal. Mit dem Linienbus fahren wir also die 8 km raus aus der Stadt und erreichen nach rund 30 Minuten Fahrt unser Ziel. Zuvor hatten wir im Internet nur eine Busverbindung am Nachmittag zu den Cameron Highlands finden können und hatten uns bereits gedacht, dass das vermutlich nicht ganz korrekt sein kann – die Busse fahren deutlich häufiger. Rund zwei Stunden später steigen wir schon wieder aus dem Bus und sind in Tanah Rata.

Die Cameron Highlands sind eine bergige Hochland-Region, die für ihre Plantagen jeglicher Art bekannt sin. Anders als in meiner Vorstellung hat hier der Tourismus überhandgenommen. Nichtsdestotrotz sind bereits bei unserer Ankunft die Kulissen hinter meiner dreckigen Fensterschreibe einzigartig schön. Es gibt Dinge, die sind überall auf der Welt gleich hübsch und trotzdem, oder gerade deswegen, möchten wir sie uns gerne anschauen – der Strand, die Berge, Sonnenuntergänge. Oder Tropfsteinhöhlen? Zu genüge gesehen, danke. Bei diesen Dingen wissen wir, dass uns etwas Sehenswertes erwartet, das jedes Mal die Chance hat, auf die Spitze der Top-Liste zu rutschen. Der schönste Strand, der atemraubendste Sonnenuntergang usw. Doch diese hügelige Landschaft, bestückt mit Plantagen aus Tee, Erdbeeren & Co., war neu. Ein neuer Anblick für meine Augen, der mich faszinierte. Nach unserer Ankunft und dem Check-In in das Hostel wollten wir deshalb unbedingt herausfinden, wie wir diese riesig erscheinende Region am besten erkunden können.

Vorgeschlagen wird uns die Half-Day-Tour für 50 Ringgit pro Person, die von morgens 8:15 bis 13 Uhr geht und wirklich positives Feedback bekommt. Als wir unseren Hostel-Besitzer fragen, ob wir die Tour auch auf die eigene Faust umsetzen können, war er von der Idee begeistert. Wir sind in der Map Travelodge untergekommen, ein neues Hostel. Der Besitzer ist super freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit. Und sehr überarbeitet. Das Schild „Staff wanted“ sollte er stärker verbreiten, denn wir haben ihn jeden Tag und zu jeder Uhrzeit hinter der Rezeption gesehen. Häufig saß er schlafend auf dem Boden. Doch die harte Arbeit scheint sich zu lohnen – das Hostel war quasi ausgebucht. 

Wir sind sehr angetan von Roller-Erkundungen und die Strecke, die man in den Cameron Highlands zurücklegen kann, ist recht überschaubar. In keine Richtung sollte man weiter als 15 km fahren können. Einen Roller gibt es für 40 Ringgit a 4h. Das ist für uns ein super Deal, da es ein perfektes Programm für unseren nächsten Vormittag bieten kann. Der Roller wäre im Hostel teurer gewesen, wir haben einfach bei allen Agenturen auf der einen Straße in Tanah Rata nachgefragt und letztlich unser gewünschtes Schnäppchen gefunden. 


Übrigens: In der Region der Cameron Highlands gibt es zwei typische Orte, in denen man nächtigen kann: Brinchang und Tanah Rata.


Die Gegend um die Cameron Highlands wirkt viel belebter als Ipoh und ich bin wirklich überrascht wie touristisch diese Gegend letztlich ist. In meiner Vorstellung würden Oleg und ich ein paar nette Tage in ruhiger Nationalpark-Atmosphäre verbringen, die Seele baumeln lassen. Wer sich die Google-Bilder-Recherche für den nächsten Ort spart, wird sehr häufig überrascht. Bei der Anreise fuhr unser Bus zwanzig Minuten lang durch viele Plantagengegenden mit Touristenattraktionen, Bussen, Fotomotiven, Hotels etc. Es ist wie eine große Freizeitanlage und wirkt so viel unnatürlicher als in meinem Kopf.


Lieblingslokal in Tanah Rata: Sri Brinchang (indisch – leckerer Bananenlassi + super Naan)


Am nächsten Morgen gilt: Cameron Highlands – macht euch hübsch! Wir haben die Kameras im Gepäck und wollen euch von eurer Schokoladenseite sehen. Der Kostenvorteil bringt uns mal wieder auf einen gemieteten Roller. Meine Nacht im Dorm war unruhig und zu kurz: 24 Betten in einem Raum sorgen für schlechte Luft und machen Ohropax unabdingbar. Genau deswegen gibt es sie kostenlos am Tresen der Rezeption. Als wir unsere Entscheidung für den Roller getroffen haben, merkten wir an der Reaktion unseres Hostel-Besitzers, dass es nicht die Wahl der meisten Touristen sein würde. Die meisten Traveller entscheiden sich letztlich für die genannte Halbtags-Tour ab 8:15 Uhr – so auch 85 Prozent unserer Zimmergenossen. Das Badezimmerdrama (drei Toiletten und drei Duschen für ca. 40 Menschen) kann man sich vorstellen ohne es gesehen zu haben. Wir entscheiden, die Reisegruppe um 8:15 Uhr aufbrechen zu lassen und erst dann unsere morgendliche Badezimmerroutine zu starten. Eine halbe Stunde später sind wir startklar und hoffen, dass unsere Roller-Idee so laufen würde, wie wir es uns erhoffen. Und das tut sie. Alles läuft reibungslos und der Roller ist der bergigen Landschaft der Cameron Highlands absolut gewappnet. Das Abenteuer kann starten!

Zuerst wollen wir die wohl bekannteste Teeplantage sehen – die BOH Plantage. Als wir diese erreichen, ist die Reisegruppe aus unserem Hostel bereits dabei Selfies im Teefeld zu machen. Was wir auf Bildern gesehen hatten, wirkt wie eine gemalte Kulisse. Und was wir in der Realität sahen, kann dabei sowas von mithalten – wow! Die bergige Landschaft, befüllt mir wunderschön tief glänzend grünen Teeplantagen ist ein Anblick, den ich mir niemals so schön hätte vorstellen können. Es ist atemberaubend.  Sehr schnell bemerken wir den Vorteil unseres Rollers – während die Reisebusse, Jeeps und Minivans die Touristen für 15 Minuten an einem Fotospot rauslassen und dann wieder weiter düsen, haben wir an jedem Punkt so viel Zeit wie wir wollen. Zeit um die Augen zu schließen, tief durchzuatmen und sie wieder zu öffnen. Zeit um festzustellen, dass das real ist und gerade passiert. Zeit um zu realisieren, dass wir uns sehr glücklich schätzen können, gesund zu sein, Familie & Freunde zu haben, auf die wir uns verlassen können, und die Chance genutzt zu haben diese Reise zu machen. Wir verbringen knapp zwei Stunden bei der BOH Teeplantage und besichtigen die Gegend aus jedem möglichen Winkel. 

Die Cameron Highlands bieten neben Tee jedoch auch noch einige andere Plantagen – z.B. Bienen, Schmetterlinge, Blumen, Erdbeeren. Meine innere Erdbeerprinzessin wird selbstverständlich sofort zum Leben erweckt, nachdem sie sich schon in den Winterschlaf gelegt hatte. Das Signalwort Erdbeeren erweckt in mir ein Bedürfnis, das kaum zu stillen ist. So gibt es für mich auf dem Markt vor Brinchang Erdbeereis, Erdbeershake und Erdbeeren pur. Frische Erdbeeren im November – das schmeckte gleich doppelt zu gut. Die Temperatur in den Cameron Highlands ist verhältnismäßig niedrig und laut Reiseführer steigt sie nie über 24 Grad. Perfektes Erdbeerwetter! Während ich mir gedanklich vorstelle für immer in den Cameron Highlands zu bleiben um immer Erdbeeren essen zu können, wird die Zeit langsam knapp. Wir wollen gerne noch die Bharat Plantage sehen und müssen uns langsam sputen. Am Ende hätten wir den Roller gerne noch für ein, zwei Stunden länger gehabt, aber wir müssen unseren Bus nach George Town bekommen. Nach nur einer Nacht heißt es für uns Abschied nehmen vom Erdbeerparadies. 

Von den Cameron Highlands aus kann man mit dem Bus gut weiterreisen: Vor allem in die Richtung Penang / George Town (nördlich) oder Kuala Lumpur (südlich) sollte es keine Probleme geben. 

Wir haben unsere Bustickets nach George Town für 32 Ringgit p.P. direkt am Busbahnhof gekauft, im Hostel hätte das Busticket 35 Ringgit gekostet. Unser Bus war gerade mal mit sieben Passagieren (inkl. uns) gefüllt und so machten wir uns auf den Weg. Einen Zwischenstopp gab es in Ipoh und kurz vor Butterworth. Es wurde uns die Wahl gestellt, ob wir mit der Fähre nach George Town fahren wollen oder mit dem Bus. Wir waren uns nicht sicher, wo der Bus halten würde und die Option der Fähre passte super zu der Lage unseres Hostels. Die Fahrt dauert insgesamt rund fünf Stunden. In Butterworth stiegen wir in eine Fähre um (1,20 Ringgit p.P.), die uns zentral in George Town absetzte.  


Unser Fazit zu den Cameron Highlands

Ein absolutes Must-See auf eurem Rundtrip durch Malaysia! Diese realen Kulissen, die wirken wie gemalt – ich werde diese Bilder nicht wieder aus meinem Kopf bekommen. Es war einer dieser Momente zum Durchatmen und Realisieren. Wir können euch empfehlen ruhig zwei Nächte vor Ort zu bleiben. Unsere Tour fühlte sich etwas zu kurz an und es macht doch am meisten Spaß ohne auf die Uhr zu schauen. Die Roller-Tour war super und einfach so viel günstiger als eine gebuchte Tour. Jedoch müssen wir dazu sagen, dass das Wetter sich für lange Tagestouren nicht angeboten hat. Die Cameron Highlands sind gemacht für Frühaufsteher & Morgenmenschen – das Wetter ist morgens noch klar & sonnig, ab der Mittagszeit hat es sich jeweils etwas zugezogen mit Wolken & Regen. Dementsprechend beliebt ist die Half-Day-Tour bei den Reisenden. Uns hat Tanah Rata als Ausgangspunkt gefallen und der Bus hält direkt an der Hauptstraße des Ortes. 


Habt ihr bereits gelesen wie uns Ipoh gefallen hat? Plant ihr auch eine Malaysia-Rundreise? Dann lest gleich weiter!

T R A V E L D I A R Y  M A L A Y S I A: I P O H

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