Traveldiary Malaysia: Ipoh

Traveldiary Malaysia: Ipoh

lohnt sich die reise nach ipoh?

R U N D R E I S E   M A L A Y S I A


P U L A U   P A N G K O R

I P O H

C A M E R O N   H I G H L A N D S

P U L A U   P E N A N G

P U L A U   L A N G K A W I

K U A L A   L U M P U R


Drei Minuten vor letztmöglichem Check-Out in Lumut geben wir unsere Schlüssel ab und begeben uns für einen Mittagssnack zum indischen Buffet. Wie bereits berichtet – es ist absolut empfehlenswert! Wir hatten uns den Zeitplan für die Busse von Lumut nach Ipoh nicht vorher angeschaut und werden bestraft. Um zwei Minuten verpassen wir unseren Bus und verschaffen uns weitere 1,5 h in Lumut. In diesem Abstand fahren regelmäßig und täglich Busse für 11 Ringgit pro Person nach Ipoh (Busunternehmen: Perak Transit). Auch dieser Bus ist absolut akzeptabel – etwas älterer, aber klimatisiert und recht sauber. Aus unerklärlichen Gründen muss es unseren Herrn Busfahrer entspannen dem Rauschen des Radios zu lauschen. Das Rauschen, wenn das Radio keine Sender findet und andere Menschen das Radio ausschalten. Nicht er.

Nach zwei Stunden rauschender Fahrt, werden wir am Busbahnhof Amanjaya abgesetzt. Dieser Busbahnhof befindet sich 8 km vom Stadtzentrum entfernt und folglich benötigen wir noch einen Bus in die City. Die Buslinie 116 (Richtung Medan Kidd) fährt direkt dort, wo wir auch abgesetzt wurden. 2,30 Ringgit pro Person kostet uns die Busfahrt ins Zentrum von Ipoh. Auch in dieser Stadt haben wir uns keine Unterkunft reserviert, jedoch vorher eine im Internet rausgesucht. Wir fragten noch bei ein paar anderen Unterkünften an für die bessere Vergleichsbasis, entschieden uns dann aber für unsere Vorauswahl: das Container Hotel Ipoh. Und mit dieser Wahl sind wir super zufrieden! Ich bezweifle, dass es eine bessere Unterkunft in unserem Budget in Ipoh gibt. Es ist super bequem, modern und neu, sehr sauber. Wir finden Doppelbetten im Dorm richtig super, Doppel Pods quasi. Und wir lieben das Container Hotel! Probiert es unbedingt aus, wenn ihr auf eines trefft. Die Lage in der Altstadt ist perfekt. Das Wlan ist verbesserungsfähig, aber es schränkt einen kaum ein.


Bewegte Bilder zum Text? H I E R geht es zu unserem Video über Ipoh!


Auf dem Weg zum Hostel wirkt die Stadt eher verlassen und leer, nicht wie eine Großstadt. Immer mal wieder gibt es Straßen in denen wir weder Menschen noch Autos sehen. Als fünftgrößte Stadt Malaysias wundert uns das, aber überrascht nicht. Wir haben bereits in anderen Reiseberichten davon gelesen und unsere Erwartungen niedrig gehalten. Letztlich geht es in Ipoh immer um das richtige Timing. Die Stadt hat ihren eigenen Rhythmus, den man nach ein paar Tagen vor Ort finden kann. Und je mehr man sich diesem Timing anpasst, desto mehr kann man die Vorzüge der Stadt genießen. An unserem ersten Abend gab es diese Erkenntnis allerdings noch nicht und in hungrigen Zustand hat sie uns nicht viel gebracht. Umso mehr Glück hatten wir das Lokal Miker zu entdecken. Wir wurden von einem Hipster-ähnlichen jungen, sympathischen Mann Anfang 30 empfangen und in jeder Minute des Bestellvorgangs unterstützt. Er hat uns die Karte erklärt und bei der Bestellung geholfen. Wir haben dort sehr lecker und vor allem in einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis gespeist (Set für 2 Personen Reis, Gemüse, Hähnchen, Tom Jam, Getränke – 29 Ringgit). Jederzeit wieder!

Das Container Hotel bestätigte unseren Eindruck auch über Nacht. Oh, wir haben so lang geschlafen! Ich weiß nicht, ob ich seit der Weltreise jemals in einem so bequemen Bett geschlafen habe. Es war super kuschelig und gemütlich. So war es uns nicht möglich vor Mittag das Hostel zu verlassen – vielleicht ein Fehler. Es war Zeit für ein spätes Frühstück und wir hatten gelesen, dass es in Ipoh guten Kaffee gibt. Das schauen wir uns immer gerne an! White Coffee hat eine Tradition, die bis 1937 zurückzuführen ist und so besuchen wir das Lokal Sin Yoon Long in dem es hervorragenden Kopi (Kaffee) geben soll. Für diesen traditionellen White Coffee werden die Kaffeebohnen in Magarine geröstet und beim Servieren Kondensmilch hinzugefügt. Für 2,10 Ringgit bekommen wir ein großes Glas Iced-Kopi: starken, süßen, leckeren Kaffee. Direkt nebenan gibt es eine vielfältige Auswahl an Gebäck, das wir uns zu dem Kaffee besorgen. Ein klasse Frühstück! Später sollten wir feststellen, dass der starke Kaffee mich mal wieder die halbe Nacht wachhalten konnte. Eine wahre Koffein-Bombe (für mich, die kein Koffein verträgt, aber trotzdem niemals auf guten Kaffee verzichten mag)!

 

Es geht weiter Richtung Bahnhof & am Clocktower vorbei. Direkt beim Clocktower gibt es ein FoodCourt zu günstigen Preisen und mit einer großen Auswahl an Essen. Super Sache! Leider fängt es in dieser Snackzeit an aus Eimern zu schütten und so war unser Sightseeing-Tag bereits nach rund 500 Metern Fußweg erledigt. Später am Abend schaffen wir es mit Regenschirm und Hunger erneut das Hostel zu verlassen – auf Nahrungssuche. Das gestaltet sich ab 18 Uhr schwieriger als angenommen. Wir hoffen auf Miker, aber es scheint als sei das Lokal geschlossen. Montags ist auch in Ipoh zum Teil Ruhetag. Kein Problem, wir haben uns noch nicht viel bewegt und wollen die Stadt auf der anderen Seite vom Fluss sehen. Das Container Hotel liegt in der Altstadt. Wir lesen von einem Nightmarket und machen uns auf den Weg. Und wir finden lange nichts. Es ist das typische Ipoh-Syndrom: Viele verschlossene Läden & Lokale. Wir treffen auf eine Straße, die aussieht wie ein kleines Chinatown in Ipoh und werden in der Ecke fündig. Leider wählen wir das falsche Lokal – fettiges, überteuertes Essen. Und satt sind wir auch nicht. So kehren wir 10 Minuten später in einem Hipster-Lokal namens Konda Kondi ein. Es stellt sich heraus, dass der Laden mexikanische Küche bietet. Für unseren Resthunger gibt es genug Auswahl und die Preise sind in Ordnung. Die Location ist wirklich hübsch hergerichtet und ich kann euch das Lokal durchaus weiterempfehlen! 

Auch an unserem zweiten Morgen in Ipoh sind wir erst gegen mittags ausgehbereit: Kameras geladen, Wasser eingepackt, hungrig. Wir haben zuvor das Lokal Old Town White Coffee gesehen und wollen es ausprobieren. Es handelt sich um eine Café-Kette, wie sich später rausstellt. Eine gut organisierte Lokalität, bei der man auf Knopfdruck seine Bedienung rufen kann. Es gibt mehrere Sets, Nudeln, Reis, Brot/Toast. Ich bestelle das French Toast mit Banane und einer Kugel Eis – es ist zum Reinsetzen. Das warme, süße, knusprige Toast mit dem noch mehr süßen Mus aus Banane und dem kalten Eis ist die perfekte Kombination. Gut gestärkt können wir nun in die Streetart-Tour starten. Und es gibt davon so viel! Direkt vom Old Town White Coffee gibt es eine Karte, die euch anzeigt, wo es Streetart zu erkunden gibt.

map by Old Town White Coffee
 

Alles ist fußläufig zu erreichen und auf einmal gibt es sogar ein paar mehr Touristen, die uns begegnen. Auf dem vorgegebenen Plan gibt es sieben eingezeichnete Streetart-Orte, die man besuchen kann. Wir haben sicherlich mehr gesehen, wenn man nur durch jede der Straßen der Altstadt von vorne bis hinten bummelt. Es gibt ein paar Shops für Eis & Souvenirs und vor allem gibt es in der Altstadt Ipohs auch ein paar sehr empfehlenswerte Lokale. 


M U S T – V I S I T   L O K A L E 

M I K E R

am Wochenende nur abends geöffnet ab 17 uhr

montags nur bis 15 uhr

Wir waren zwei Mal abends dort und jedes Mal sehr zufrieden. Es gibt eine große Karte mit Reis & Nudelgerichten, Pizza, Fleisch / Fisch / Gemüse einzeln, Snacks, Sets sowie Spaghetti. Eine große Karte spricht nicht immer für Qualität und wir haben keine Zeit gehabt richtig viel zu testen, aber wir wurden bei unseren Bestellungen nicht enttäuscht. Der Service war sehr gut und vor allem bemerkenswert schnell. Der Laden war jedes Mal bis auf den letzten Platz besetzt und wir haben unser Essen immer innerhalb von knapp 15 Minuten bekommen. Wir haben z.B. ein Set probiert und fanden es sehr lecker. Es gibt hervorzuheben, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut super ist. Die Portionen sind gut und wir haben beide Male weniger als 30 Ringit bezahlt für Essen + Getränke. Man bestellt übrigens über einen Bestellzettel, auf dem man eigens seine Auswahl an Food & Drinks mit einem Bleistift notiert. Ein weiteres Plus: Es gibt kostenloses Wasser!

 

P L A N  B

Ein hipper Ort, in einer coolen Location. Wir wollten dort eigentlich die Happy-Hour nutzen, in der man zu seinem Bier eine Portion Pommes bekommen soll. Leider ist dieser Plan ins Wasser gefallen. Das Lokal wirkt jedoch äußert ansprechen und bietet regelmäßig Live-Musik. 

 

O L D  T O W N  W H I T E  C O F F E E

Eine Kette, die es in Malaysia häufiger zu sehen gibt. Nicht das preisgünstigste Café, aber für das FrenchToast mit Banane und einer Kugel Eis lohnt sich ein Besuch definitiv. Das Café verfügt über Klingeln, die es an jedem Tisch gibt und mit der man seiner Bedienung signalisieren kann, dass man bestellen / zahlen möchte. Ein super Konzept, das ich bereits häufiger gesehen habe und gerne noch häufiger sehen würde. In Ipoh bietet das Café einen optimalen Startpunkt für eine Erkundungstour der Streetart.

 

22 H A L E  S T R E E T

Ruhetag am Montag

sonst 10-18 Uhr

Nach eurem ausgiebigen Stadtbummel durch Ipoh könnt ihr euch hier einen sehr erfrischenden Lemon Ice Tea in netter Atmosphäre gönnen! Der Laden weckte im Vorbeigehen mein Interesse, die Einrichtung vermittelt das Gefühl in einer Art Museum zu sitzen. Es gibt Essen & Trinken auf der Speisekarte, welches man über einen Bestellzettel ordern kann. Wir haben uns dort ein Erfrischungsgetränk nach einem ausgiebigen Street-Art-Spaziergang gegönnt: Ice Lemon Tea und Ice White Coffee. Oleg fand den Kaffee gut und ich war hin & weg von diesem Eistee! Die Musik war außergewöhnlich und angenehm.

 

S I N   Y O O N   L O O N G

Der traditionellste White Coffee seit 1937: Eine Ikone in Ipoh! Für weniges Geld haben wir starken und süßen weißen Kaffee bekommen von einem Mädchen, die sehr gut englisch sprechen konnte. Mit den Worten „You look pretty“ köderte sie mich und spätestens ab diesem Moment hatte das Café mich auf seiner Seite. Probiert es unbedingt aus und startet euren Tag mit einem Klassiker in Ipoh. Hier trefft ihr zugleich auf viele Lokals, die hier ihren Tag starten – trotz touristischer Lage. 

 

A U D’ S  C A F E

Ruhetag am Montag

di bis fr 11-18uhr

am wochenende ab 9:30

Direkt neben unserem Hostel gibt es ein wirklich hübsches Cafe mit äußerst ansprechender Speisekarte – das Aud’s! Es serviert unter anderem Smoothies, Breakfast, Burger & Pasta. Die Location ist zuckersüß und wir hätten gerne noch die Zeit gefunden dort einzukehren. Jedoch entdeckten wir das Lokal bei unserer Abreise. Wer den Laden ausprobiert, darf uns also gerne Feedback dazu geben wie der Reality-Check gelaufen ist!

 

K O N D A  K O N D I

dienstags ruhetag

sonst ab 17 uhr

Die Location war cool, die Karte überschaubar und wir hier noch so einiges auf der Karte bestellen können. Die Preise sind in Ordnung, variieren aber auch sehr stark. Es ist ein mexikanisches Restaurant! Wir fanden den Service etwas langsam und mein Salat hätte besser sein können, aber – die Location ist wirklich hübsch für eine Verschnaufpause (Snack oder Drinks). Für ein richtiges Abendessen würden wir eine andere Lokalität bevorzugen. 


I P O H, du Street-Art-Perle.

Auf der offiziellen Straßenkarte gibt es sieben eingezeichnete Street-Art-Orte, die man besuchen kann. Wir haben bei unserem Stadtbummel sicherlich mehr gesehen – man muss nur eifrig durch jede der Straßen der Altstadt von vorne bis hinten marschieren. Es macht Spaß die verschiedenen Motive zu suchen – fast wie eine Schnitzeljagd.

 

Ipoh bleibt für uns eine mysteriöse Stadt, die fast wirkt als sei man auf dem Land. Es gibt Ruhetage, späte Öffnungszeiten und frühe Schließung von Lokalen und Geschäften. Es passiert wirklich, dass man 500 Meter weit läuft und auf nicht ein offenes Geschäft um 18:30 trifft. Manche wirken eher als würden sie nicht planen jemals wieder zu öffnen. Mittags hingegen waren wir häufig überrascht von der Menge an Menschen, die auf einmal auf der Straße unterwegs ist. Ipoh ist für uns die Stadt, die macht was ihr gefüllt. Wie Pippi Langstrumpf. Damit passt sie eigentlich ganz gut zu mir und ihr Mysterium macht sie für mich interessant. Es wirkt, als gebe es noch so viel zu entdecken und als könnte man die beste Zeit in dieser Stadt haben, sobald man ihren Rhythmus gefunden hat. Es hat etwas eigenes und Heimisches zugleich. Es schützt die Stadt vor schnell vorbeirasenden Touristen, die nur mal eben ein Foto vor einer Street-Art-Wand schießen wollen. Bleib wie du bist, Ipoh. Ich mag dich. Zumindest deine Altstadt. Auffallend häufig wurden in Cafes und Unterkünften freie Stellen angeboten – Rezeption in Ipoh im Container Hotel? Ich wäre sofort an Bord. 


Unser Fazit zu Ipoh

“Ich mal mir die Welt, wie sie mir gefällt.” – das ist Ipoh. Die kleine Schwester von Pippi. Mal tobt die Stadt voll mit Menschen, mal ist es leer und einsam wie in einer Geisterstadt. Mal hat man Glück und findet gute Lokale, mal läuft man nur an verschlossenen Geschäften vorbei. Wie bereits gesagt – das Timing macht hier eine Menge aus. Und generell konnten wir feststellen, dass wir vor 18 Uhr immer mehr Leben auf den Straßen entdeckt haben. Vielleicht ist Ipoh die Stadt der Frühschläfer und Morgenmenschen? Es wäre nicht auszuschließen. Wir hätten durchaus noch ein paar Tage in der Stadt bleiben können und empfehlen euch einen Besuch durchaus weiter. Allein für einen Tagesbummel durch die Street-Art-Straßen der Altstadt mit einem Lemon Ice Tea & White Coffee lohnt sich der Besuch definitiv. Wir haben euch ein paar Tipps für Lokale gegeben – prüft am besten immer vorher die Öffnungszeiten & Ruhetage, dann kann nichts schief gehen. 


Habt ihr bereits gelesen wie uns die Insel Pangkor gefallen hat? Plant ihr auch eine Malaysia-Rundreise? Dann lest gleich weiter!

T R A V E L D I A R Y  M A L A Y S I A: P U L A U  P A N G K O R

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