Traveldiary Malaysia: Pulau Langkawi

Traveldiary Malaysia: Pulau Langkawi

 pures inselfeeling 

R U N D R E I S E   M A L A Y S I A


P U L A U   P A N G K O R

I P O H

C A M E R O N   H I G H L A N D S

P U L A U   P E N A N G 

P U L A U   L A N G K A W I

K U A L A   L U M P U R


Das Inselhopping geht in die dritte Rund – ab nach Langkawi! 

George Town: Der Tag ist gekommen an dem wir aufstehen, frühstücken, auschecken und uns zu Fuß auf den Weg zur Fähre machen. Unwissend darüber, zu welchen Uhrzeiten die Fähre abfährt, gehen wir einen Schritt schneller. Und es lohnt sich! Wir erreichen zur Minute genau eine Fähre von George Town nach Butterworth und müssen nicht mal ein Ticket kaufen. War unser Hinfahrtsticket auch für die Rückfahrt gültig? Einfach akzeptieren. Die Fahrt dauert 20-30 Minuten und wir gehen zum BusTerminal, welches direkt beim Anleger ist. Wie in Malaysia bereits häufiger erlebt, werden wir direkt am Eingang abgefangen – man sieht uns unsere mögliche Route an. Vermutlich, weil Backpacker immer zu den gleichen Zielen reisen. Wir kaufen ein Busticket von Butterworth nach Kuala Perlis für 19 Ringgit pro Person und decken uns mit Snacks für die 2,5 h Fahrt ein. Unser Bus hat ein wenig Verspätung und ich unterhalte mich mit drei malaysischen Studenten, die auf dem Weg in die Heimat sind. Sie berichten mir, dass viele Malaysier auf Langkawi Schokolade einkaufen, weil diese dort so günstig ist. Langkawi ist ein Duty-Free-Gebiet und wird damit für den ein oder anderen Reisenden zum Shoppingparadies. Gegen Nachmittag erreichen wir den recht unbelebten Busbahnhof von Kuala Perlis, der Ort an dem die Fähre zur Insel Langkawi ablegt. Wir marschieren die 200 Meter zum Jetty und wissen auch hier wieder nicht wann & wie häufig die Fähre fährt, erwischen aber eine um 15:30 Uhr. Für 18 Ringgit pro Person fahren wir rund eine Stunde lang auf einem stark klimatisierten Boot, mit Action-Filmprogramm auf einem Bildschirm für alle, zur Insel. Der Anleger auf Langkawi gleicht einem kleinen Flughafen und sieht äußerst modern aus. Es gibt Duty-Free-Shops & Gepäckkontrollen. Die Fahrt George Town – Butterworth – Kuala Perlis – Pulau Langkawi ist geschafft! Es gibt im Übrigen auch die Alternative direkt von George Town aus eine Fähre nach Langkawi zu nehmen – kürzer, aber deutlich teurer.

Sparfuchs Oleg hat uns ein Motel namens Season Inn Langkawi gebucht. Günstig, sauber, privat, ohne Fenster. Alle unsere Wünsche waren für den Moment erfüllt. Leider lag unser Motel rund 2 km vom Jetty entfernt. Wir beschlossen kopfschüttelnd an allen Taxifahrern vorbeizumarschieren und den Weg zu Fuß auf uns zu nehmen. Was sind schon zwei Kilometer? Ja, doch. Ein kleiner Weg ist das. Entsprechend schwitzend kamen wir in unserem Motel in Kuah an. Es gibt auf Langkawi mehrere Orte in denen man sich eine Unterkunft suchen kann: Die Gegend um den Cenang Beach und den entsprechenden Ort Cenang ist beliebt. Hier wohnt ihr direkt in Flughafennähe und quasi im Touristenzentrum. Der Cenang Beach ist wirklich hübsch und wir können uns gut vorstellen, dass man da das richtige Strandurlaubsfeeling bekommt. Unsere Unterkunft war jedoch rund 20 km davon entfernt in Kuah, ein Ort in dem es auch Hotels & Motels gibt, aber keinen richtigen Strandzugang. Da für uns jedoch außer Frage stand, dass wir einen Roller mieten, waren wir mit unserer Budget-Variante zu keinem Zeitpunkt unzufrieden. Wir fanden einen guten Inder, der uns häufig mit Nahrung versorgte. Hier entdeckten wir Roti Boom für uns – ein Pancanke, der mit einer Art Kondensmilch gebraten wird und dadurch zu einer süßen Verführung wird. Mein neues Lieblingsfrühstück – Teh Tarik & Roti Boom für meist weniger als einen Euro.

Der nächste Tag: So, liebe Insel – Was hast du zu bieten?

Eine Seilbahn inkl. SkyBridge soll eine beliebte Tourismusattraktion sein und auch wir wollen uns ein eigenes Bild davon machen. Die steilste Seilbahn? Zeig uns was du kannst. Unser Plan so früh wie möglich vor Ort zu sein, scheiterte ein wenig. Bis wir aus unserer Unterkunft starten, hatten war es kurz vor neun und wir hatten über 20 km Rollerfahrt vor uns. Ein leerer Tank und leerer Magen kamen noch dazu. Um die Seilbahn herum wurde ein kleines Dorf namens ‘Oriental Village’ gebaut, welches an einen Freizeitpark erinnert – Souvenirshops & Snackläden reihen sich hier in einer kleinen Parkanlage aneinander. Als wir das Dorf erreichen, haben es auch bereits die ersten malaysischen Schulklassen zur Attraktion geschafft. Einheitlich gekleidet und in Gruppen von ca. 25 Schülern sind sie kaum zu übersehen. Für uns ist das Dörfchen wie immer uninteressant und wir marschieren zum Ticketschalter. Stolze 55 Ringgit pro Person kostet uns der Spaß. So viel Geld haben wir lange nicht ausgegeben und es tut fast schon weh. Für Einheimische kostet die Fahrt etwa die Hälfte. Sollen wir das später bereuen?

Wir werden zu den Gondeln geschleust und alle drei Minuten soll ein Foto von uns gemacht werden, welches wir zu einem späteren Zeitpunkt als Erinnerung in Form von Schlüsselanhängern & Co. kaufen könnten. Eine absolute Verschwendung von Personal & Fotopapier. Wir dürfen zu zweit in eine Gondel und sind ab jetzt immer kurz hinter einer in orange/schwarz gekleideten Schulklasse. Nach 10 Minuten Fahrt und einer netten Aussicht auf die Umgebung erreichen wir eine Plattform, auf der wir die Wahl haben – für 5 Ringgit zur SkyBride laufen oder für 15 Ringgit mit einem Fahrstuhl zur Brücke fahren. Wir gehen die 230 Meter aus Stufen bestehenden Weg zur Brücke mit der Schulklasse und sind doch überrascht wie klein und unspektakulär diese Brücke ist. Die Aussicht ist durch Wolken an einigen Stellen nicht ganz klar, auch die Höhe beeindruckt uns kaum. Wir hatten mehr erwartet. Nach 15 Minuten fahren wir wieder mit der Gondel herunter. Unser Freizeitparkeintrittsticket gibt uns die Möglichkeit noch weitere Attraktionen zu besuchen – wie ein 3D Museum. Als wir auch da nach 15 Minuten raustolpern, ist unser Besuch vorbei. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für uns schwierig zu akzeptieren und wir sind mit unserer Entscheidung das Geld investiert zu haben nur halb zufrieden. Fazit: Es war okay. Wir haben schon schönere, spektakulärere, kostenlose Dinge gemacht. Und eigentlich stellen wir das jedes Mal wieder fest. Die meisten Attraktionen, für die wir beim Eintrittspreis schlucken müssen, enttäuschen uns. Sie bekommen diesen hohen Stellenwert und „sollen sich für das Geld lohnen“. Der Gedanke mag falsch sein, aber es fällt uns schwer ihn abzustellen. Und so erleben wir häufiger Enttäuschung als Faszination, leider (mehr dazu).

Unseren Tank hatten wir vor der Fahrt gefüllt, unsere Mägen waren jedoch noch immer leer. Auf dem Weg Richtung Cenang finden wir einen guten, günstigen Inder. Wir verfallen ihnen einfach immer wieder! Einmal Standard-Frühstück bitte, danke. Gut gestärkt schwingen wir uns wieder auf den Roller und fahren zurück zu unserer Unterkunft. Wir wollten gegen Abend zum Strand und prüfen was der Sonnenuntergang auf Langkawi so kann. Über Instagram erfahren wir, dass zwei Weltreisende aus Köln auch gerade auf der Insel sind – Jule & Gary. Wir treffen uns in der Bar „Thirstday“ direkt am Strand und investieren je 8 Ringgit in eine hervorragende Aussicht auf den Sonnenuntergang und ein kühles, leckeres Tiger-Bier.

Wir verstehen uns sofort super und erkennen viele Gemeinsamkeiten. Es ist schön auf Menschen zu treffen, die alle unsere Sorgen und Probleme auch durchlebt haben und sich auszutauschen. Wir fahren gemeinsam auf den Nachtmarkt, der nur ein paar hundert Meter entfernt liegt. Auf der Insel Langkawi findet der Nachtmarkt jeden Abend an einem anderen Standort statt und wandert somit die ganze Woche über. Die Stände bleiben jedoch zum Teil gleich und es besteht die Möglichkeit jeden Abend die gleichen Köstlichkeiten zu verzehren. Oleg & ich sind überrascht von den günstigen Preisen und geben, selbst wenn es sich anfühlt als hätten wir innerhalb von 20 Minuten jedes Gericht des Markes probiert, nie mehr als 4 Euro aus. Was isst man auf einem Nachtmarkt in Malaysia? Für uns gab es häufig eine Portion Nudeln (meist scharf), Hähnchen in vielfältigen Zubereitungsvarianten (gegrillt, frittiert, gebraten), gebutterte & gesalzene Maiskolben vom Grill, frischen Mangosaft und frisches Obst. Auch Pancakes in verschiedenen Zubereitungsformen oder sogenanntes Murtabak, frischen Fisch oder ganze warme Buffets konnten wir zum Teil entdecken.

Endlich am Meer, jetzt wollen wir auch an den Strand.

Da in unserem Sparfuchsmodus keine Strandnähe ermöglicht wurde, war auch heute wieder Rollertag. Ein paar hübsche Sandstrände und Wasserfälle warteten bereits darauf von uns erkundet zu werden. Gegen Mittag waren wir startklar und fuhren los. Ein Blick nach oben zerstörte unsere Hoffnungen auf einen sonnigen Beachtag. Nach 20 Minuten Fahrt saßen wir irgendwo auf Langkawi in einem Imbiss, bestellten uns zwei Gläser Milo und spielten Karten bis Oleg fünf Mal gewonnen hatte und meine Laune sich verabschiedete. Ich verliere nicht gerne. Am liebsten gar nicht. Und ich tue es im Spiel gegen Oleg bei 4 von 5 Spielen. Der Regen wurde kaum weniger und wir mussten einsehen, dass heute nicht der richtige Tag für unsere Insel-Erkundungstour sein sollte. Am Abend war es wieder trocken und wir besuchten erneut das Schlaraffenland „Nachtmarkt“ mit unseren neuen Freunden.

Neuer Versuch, neues Glück. Mit diesem Motto tapste ich an diesem Donnerstagmorgen die Treppe unseres Motels herunter. Ein Zimmer ohne Fenster hat den Nachteil, dass wir nie wissen, wie das Wetter draußen ist. Unser Roller, der gestern leider kaum zum Einsatz kommen konnte, wurde von ein paar Sonnenstrahlen erleuchtet und das war super. Eine halbe Stunde später konnte unsere verschobene Tour über die Insel starten.


Tanjung Rhu Beach

Ein Strand, der zum Teil zum gleichnamigen Resort gehört. Aber es gibt, wenn man bis zum Ende durchfährt, einen öffentlichen Strandabschnitt. Das Wasser war schön, der Strand gepflegt und wir fanden es super.

Durian Perangin Wasserfall

Wir sind uns nicht sicher, ob es eine Zeit gibt, zu der dieser Wasserfall nicht von Touristen besucht wird. Bei uns waren so rund 10 andere Touristen und auch ein paar Einheimische vor Ort, die zum Baden ihrer Kinder kommen.  In einem kleinen Bereich vor dem Wasserfall kann man ins kühle, erfrischende Nass hüpfen.

Black Sand Beach

Nachdem wir durch einen Dschungel aus T-Shirt & Souvenirbuden gegangen sind, war es gar nicht so einfach den richtigen Zugang zum Strand zu finden. Vermutlich, weil auch der Strand so unspektakulär war. Wir fanden kein großes Interesse an Sand, der aussieht wie Matsch.

 

Temurun Wasserfall

Die Kulisse ist beeindruckend, der Wasserfall ist kaum als ein solcher zu bezeichnen als wir ihn besuchten. Auch hier gab es rund 10 plantschende Rucksacktouristen mit denen wir uns den Ort teilten. Und Affen, die die parkenden Roller am Eingang ganz genau inspizierten.  

 

7 Wells Wasserfall

Dieser Wasserfall hat uns sehr gut gefallen und wir können einen Besuch absolut weiterempfehlen. Wir zahlten eine Parkgebühr von 1 Ringgit.

Skull Beach

Ein kleiner Strandabschnitt mit ganz feinem Sand, aber nicht ganz so sauberem Wasser. Hier kommen wohl häufiger ein paar Einheimische Jugendliche vorbei, um sich zu treffen. Als wir am Strand waren, kam eine große Gruppe Affen aus den Wäldern geklettert.


Auf Langkawi haben wir während unserer Rollertour durch Dorf & Wald viele Affen sehen können. Bei den Affen ist es ähnlich wie mit den Hunden – wir haben mehr Respekt, als das Bedürfnis auf Kuschelkurs zu gehen. Als sich der Tag dem Ende zuneigt und es Zeit für ein Abendessen wird, machen wir uns auf den Weg zum Nachtmarkt. Wir decken uns mit Snacks & Obst für unsere anstehende Busfahrt ein. Für fünf kleine Äpfel bezahlen wir 4 Ringgit, das ist mehr als ein guter Preis. Wir wollen heute Abend etwas früher im Motel sein, um uns mit unserer Reiseplanung für das kommende Jahr zu beschäftigen. Eine Reise wie unsere lebt von Begegnungen & Menschen – auch Menschen, die wir bereits kennen. Es ist uns wichtig bestimmte Orte dieser Welt mit unseren Freunden zu besuchen. Und damit unsere fleißigen, arbeitenden Freunde in Deutschland ihre Urlaubspläne für 2018 beim Chef einreichen können, versuchen wir unser Bestes wenigstens einen groben Plan zu erstellen. Drei Stunden später haben wir zu häufig die Weltkarte gedreht und bestaunt, jegliche Flugverbindung in alle Richtungen geprüft und bei Skyscanner immer wie Funktion „Flexibel“ ausgenutzt. Unsere Köpfe qualmen, unsere Ideen sind unbegrenzt und es ist immer schwieriger zu sagen, wie lang unsere Reise gehen soll. Wir lieben was wir tun und es gibt kaum einen Ort dieser Welt, den wir nicht sehen wollen. Je tiefer wir in unseren neuen Reisealltag eintauchen, desto schwieriger wird es sich vorzustellen was eigentlich „danach“ kommen soll. Also tun wir, was wir momentan am besten können – im hier & jetzt leben!


FAZIT PULAU LANGKAWI

Hier lässt es sich aushalten. Sogar eher länger als kürzer. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und hätten noch viel mehr entdecken können, noch mehr am Strand liegen können, noch häufiger den Nachtmarkt besuchen können. Eine Woche könnt ihr hier durchaus verbringen und euch einfach von den Palmen, dem Sand und gutem Essen verwöhnen lassen. Am Meer kann man doch immer sein, oder?


Habt ihr bereits gelesen wie uns George Town gefallen hat? Plant ihr auch eine Malaysia-Rundreise? Dann lest gleich weiter!

T R A V E L D I A R Y  M A L A Y S I A: G E O R G E  T O W N

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