Traveldiary Malaysia: Pulau Pangkor

Traveldiary Malaysia: Pulau Pangkor

eine insel ohne charme

R U N D R E I S E   M A L A Y S I A


P U L A U   P A N G K O R

I P O H

C A M E R O N   H I G H L A N D S

P U L A U   P E N A N G

P U L A U   L A N G K A W I

K U A L A   L U M P U R


5:50 Uhr in Vientiane – es wird Zeit aufzustehen, Zähne zu putzen und sich zum Frühstück zu bewegen. Wir fliegen heute um 8:50 Uhr nach Malaysia. Nach nur 15 Tagen verlassen wir Laos und sagen „auf Wiedersehen“. Für uns steht fest, dass wir zu wenig gesehen haben und dieses Land erneut auf unsere Bucket-List schreiben werden (mehr dazu). Zweieinhalb Stunden nach dieser Erkenntnis tapsen wir bereits auf malaysischem Boden und freuen uns auf den Großstadtdschungel Kuala Lumpur. Hier wird uns Sarah empfangen. Wir haben euch bereits von ihr berichtet: Sie stellt uns kostenfrei eine Couch und einen Platz für unsere Backpacks zur Verfügung. Die 2,5 Wochen Malaysia wollen wir mit so wenig Gepäck wie möglich bestreiten um in Hostels besser zurecht zu kommen, auf möglichen Flügen kein Extragepäck bezahlen zu müssen und die vor Ort Suche nach einer Unterkunft leichter zu gestalten. Alle Backpacker wissen wovon ich rede. Sarah begrüßt uns herzlich und unkompliziert – in ihren vier Wänden fühlen wir uns ab der ersten Minute Zuhause.

Am nächsten Morgen hüpft ein kleiner, fluffiger Hund namens Kendrick (Lamar) auf mein Gesicht, leckt mir über die Wange und begrüßt uns fröhlich an diesem Freitagmorgen. Heute beginnt der eigentliche Trip und wir müssen uns startklar machen für die Reise. Noch nie zuvor habe ich einen so aufgeregten, hüpfenden Hund gesehen, der es einfach nicht schafft ruhig zu bleiben. Er ist hyperaktiv! Oleg und ich haben in den letzten Monaten viele Hunde gesehen, hauptsächlich Straßenhunde, und vor diesen stets Respekt gehabt. Wir sind beide nicht mit Hunden aufgewachsen und betrachten sie immer eher vorsichtig. Dieses kleine windeltragende Haarbüschel erschreckt so schnell jedoch niemanden. Wir haben uns vorgenommen zum Busbahnhof zu fahren, ein Ticket nach Lumut zu kaufen und von dort aus mit der Fähre zur Insel Pangkor zu reisen. That’s the plan!

Um 10:15 Uhr soll laut Internet ein Bus fahren und um zehn Uhr erreichen wir die BTS (Bus Terminal Station). Es fällt mir schwer keinen Plan zu machen, immer noch. Und es fällt mir noch schwerer das Scheitern eines Planes live zu beobachten. Ähnlich fühlte sich dieser Morgen an, den wir ohne richtiges Frühstück (ein Fehler) starteten. Glücklicherweise habe ich einen ruhigen, liebenswerten Mann an meiner Seite, der es schafft mich in solchen Momenten an die wesentlichen Dinge zu erinnern. Und er soll Recht behalten mit den Worten „es wird alles klappen“ – wir ergattern Tickets für einen Bus um 10:30 Uhr, mangelhaftes Frühstück von KFC (fragt nicht) und Kaffee um den Schlafmangel der letzten beiden Nächte zu komprimieren. Zu unserem Glück entpuppt sich der Bus nach Lumut zu einem Goldschatz. Noch nie zuvor hatten wir einen so sauberen, komfortablen Bus mit Beinfreiheit – USB Adaptern und kuscheligen Sitzen. Vier Stunden soll die Fahrt in diesem Glücksgriff von Bus dauern und wir würden auch eine längere Reisezeit akzeptieren. Ob Malaysia uns immer mit solchen Bussen erfreuen wird?

Der Busfahrer fährt überaus rasant und bringt uns vermutlich genau deswegen vier Stunden später an unser Ziel. Unsere Mägen knurren und wir müssen unbedingt auf Nahrungssuche gehen bevor wir die Fähre nehmen. Wir überlegen etwas länger, ob wir uns eine Unterkunft in Lumut suchen und von dort aus nur einen Tagestrip nach Pangkor machen – entscheiden uns aber für die Nacht auf der Insel. In Lumut ist mehr los als erwartet – wir hatten gelesen, dass man dort nichts machen kann außer aus dem Bus aussteigen und auf die Fähre hüpfen. In unserer Erfahrung spielt sich mehr happy Urlaubsfeeling in Lumut ab, als auf Pangkor. Doch zuerst – Nahrung! Wir sehen sehr viele kleine Imbissecken, die gut gefüllt sind mit Gästen. Die Hygiene der Lokale spricht uns jedoch nicht so sehr an, sodass wir ein paar Straßen weiterschauen. Wir werden schließlich fündig in einem Nasi Kandar, rechts gelegen vom 99 Speedmarkt. Dort bekommen wir indisches Essen a la buffet für gesamt 18 Ringgit. Zu einem späteren Zeitpunkt haben wir erneut dort gegessen und können es absolut weiterempfehlen – für uns das beste Essen in Lumut am Anleger! Zudem gab es wirklich nettes Personal. Wir bekamen eine Art indische Milch zu Probieren und sie war der Wahnsinn – wie Grießbrei in flüssiger, warmer Konsistenz mit leckeren Gewürzen. Ob ich darin baden darf?

Die Fähren zwischen Pangkor und Lumut fahren sehr regelmäßig und von morgens bis abends (6:30 bis 20:30). Die Fahrt dauert rund eine halbe Stunde und die Fähre war bei uns auf beiden Strecken sehr gut gefüllt. Für 14 Ringgit p.P. gibt es ein Ticket für Hin- & Rückweg. Im Wartebereich der Fähre treffen wir auf Mr. Seagull. Sein eigentlicher Name ist Mr. Tan, aber das ist doch zu unspektakulär. Mr. Seagull hat eine Unterkunft auf Pangkor und immer eine Broschüre in der Tasche. Er berichtet uns von seinem Gästehaus & nennt uns die Details, die wir für 60 Ringgit pro Nacht erhalten können sollen. Wir behalten seinen Vorschlag im Hinterkopf. Wir hatten vorab keine Reservierung getätigt und wollten uns ein Bild vor Ort machen. Die Unterkünfte auf Booking / Agoda & Co. waren nicht unbedingt günstig und häufig nur schlecht bewertet. Nachdem wir die Insel erreichen, suchen wir uns gleich eine Rollervermietung und werden zwei Straßen hinter dem Jetty fündig. Für 30 Ringgit bekommen wir einen Roller für 24h – perfekt für uns! Die Schlafplatzsuche kann starten: Wir stellen schnell fest, dass die Unterkünfte optisch alle etwas in die Jahre bekommen sind und fragen uns wo sich die richtig teuren paradisischen Resorts verstecken, deren Bilder wir bei Booking gesehen hatten. Letztlich landen wir bei Mr. Seagull und in seinem Seagull Beach Village Resort. Die Lage ist gut, der Preis ist in Ordnung und wir haben nicht den größten Spaß daran Unterkünfte vor Ort zu suchen (merken wir jedes Mal hinterher). Die Unterkunft ist in Ordnung, wir wohnen direkt neben dem durch einen Zaun getrennten Eingang in den Dschungel, aus dem immer mal wieder ein Affe hüpft. Entsprechend war die Geräuschkulisse in der Nacht. Die Sauberkeit war absolut okay, aber ich habe schon besser geschlafen. Wir beschließen am nächsten Morgen auszuchecken und am Abend in Lumut nach einer Unterkunft zu suchen. Nun starten wir in den Tag, hungrig nach Frühstück und voller Erwartungen an diese Insel.

Wir werden mehr enttäuscht als begeistert. Es ist interessant zu sehen wie die 25.000 Bewohner dieser Insel leben, aber es fällt uns schwer Orte zu finden an denen wir gerne verweilen. Es ist noch viel schwerer für uns Essen zu finden. Die Strände auf der westlichen Seite der Insel sind wirklich sehenswert und es ergibt Sinn, dass sich dort die meisten Unterkünfte für Reisende befinden. Abends gibt es durchaus mehrere Lokale, die Dinner anbieten, aber uns sprach keines an. Eine Empfehlung ist immer wieder Daddy’s Cafe  – eine tolle Lage, direkt am Strand und eine Karte auf der jeder Traveller fündig werden kann. Wir fanden die Preise nur etwas zu hoch. Fast alle westlichen Touristen landen letztlich dort. Es gibt auf der Insel Pangkor jedoch kaum westliche Touristen als wir da sind – ich kann sie an zwei Händen abzählen. Stattdessen ist die Insel ein Urlaubsparadies für muslimische Familien und Reisegruppen, die tagsüber viele gemeinsame Aktivitäten machen (Wassersport & Co). Abends haben wir sehr viele Hotels / Gästehäuser gesehen, die eigens für ihre muslimischen Gäste ein Buffet aufgebaut hatten.

Der Coral Beach, der Strandtipp, war wirklich sehenswert. Schöner Sand, schönes Wasser, angenehme Temperatur. Wir hätten das Wasser niemals verlassen müssen. Doch die Sonne ist sehr stark und wir müssen versuchen nicht zu verbrennen. Wir flüchten zu Daddys Cafe und gönnen uns einen Mittagssnack, fahren zurück zu Mr. Seagull und sitzen mit unserem Gepäck in seiner Lobby. Was jetzt? Nach 5-6 Stunden Erkundungstour sind wir durch, weder hungrig noch durstig und beschließen letztlich zurück nach Lumut zu fahren. Da die Auswahl an Abendessen in Pangkor für uns recht begrenzt war, fiel die Entscheidung sowohl in Lumut zu essen als auch zu schlafen. Eine Stunde später sind wir wieder auf dem Festland und checken in das Galaxy Inn Hotel ein. Es bietet uns für 65 Ringgit ein gutes Zimmer mit Fenster und ausreichend Platz. Wir versuchen uns am Abend an einem Lokal direkt am Anleger mit Blick auf das Meer und werden leider enttäuscht – so geht es am nächsten Tag doch wieder zum indischen Buffet! Am Abend wurde Ipoh zum Touristenort: viele Familien, ein kleiner Markt, spielende Kinder. Wir waren überrascht und hätten sowas eher auf der Insel erwartet. 


Unser Fazit zur Insel Pangkor

Die Insel hat uns weniger fasziniert als erwartet. Alles wirkte etwas verlebt und eingeschlafen. Man kann darüber streiten ob die Insel sich selbst der Natur überlässt oder heruntergekommen ist. Wir waren neutral & vorfreudig bei unserer Ankunft, aber waren froh nach nicht mal 24h weiterzureisen. Es entstand kein tropisches Inselparadies-Feeling. Vielleicht haben wir uns zu wenig auf die Insel eingelassen, weil wir uns auch in unserer Unterkunft (Seagull Beach Village Resort) nicht richtig wohlgefühlt haben. Abends war es für uns schwierig eine Lokalität zu finden, in der wir einfach sitzen – reden – essen – trinken konnten. Der Touristenliebling “Daddy’s Cafe” war für unseren Geschmack zu teuer – wir lieben es lokal & günstig und verzichten dafür gerne auch auf Superfoods & Strandblick. Auch Frühstück haben wir lange gesucht. Es gibt ein paar nette Strände und der bekannteste, der Coral Beach, war wirklich schön & wir fanden das Wasser dort super! Wir würden empfehlen in der kleinen Stadt Lumut zu schlafen und einen Tagesausflug zur Insel zu machen. Es reicht aus um mit dem Roller die Insel zu erkunden, Zeit am Strand zu verbringen und ein paar Drinks zum Sonnenuntergang zu schlürfen.


HABT IHR BEREITS GELESEN WIE UNS IPOH GEFALLEN HAT? PLANT IHR AUCH EINE MALAYSIA-RUNDREISE? DANN LEST GLEICH WEITER!

T R A V E L D I A R Y  M A L A Y S I A: I P O H

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