Trekking in Nepal: 10 Dinge, die du wissen solltest

Trekking in Nepal: 10 Dinge, die du wissen solltest

der guide für eure trekking-tour

‘Wer Nepal besucht, der macht auch eine Trekking-Tour.’

Dieser Auffassung war unser Gastgeber in Pokhara und vermutlich hat er damit gar nicht so unrecht. Nepal ist nicht das Standard-Reiseziele für jeden Touristen. Viele Reisende wählen es genau wegen der besonderen geographischen Gegebenheiten – das Himalaya Gebirge verläuft über 800 km durch Nepal und dieses Land beherbergt die acht größten Gebirge unserer Erde. Es ist ein Paradies für Trekking-Fans und so gut wie jeder Nepalese ist Trekking-Guide. “You want to go trekking?” war sehr häufig eine der ersten Fragen, die uns gestellt wurde. Wir wollten! Doch wir sind sehr planlos und unvorbereitet in unser Nepal-Abenteuer gestartet. Gerade noch saßen wir in einer faszinierenden Rooftop-Bar (Heli-Bar) in Kuala Lumpur und auf einmal standen wir mitten im Chaos von Kathmandu – überfordert, überrumpelt, etwas verloren

Wir waren eine Woche lang in Kathmandu, um anzukommen und uns zurecht zu finden, um zu recherchieren und herauszufinden welche Trekking-Tour wir machen wollen. Eines war uns relativ schnell klar – wir wollen die Tour alleine machen: kein Guide, kein Porter (Träger).

Der folgende Beitrag soll euch helfen eure eigene Trekking-Tour in Nepal zu organisieren, damit ihr weniger überfordert und hilflos sein könnt, als wir es waren.  


(1) Recherche

Wir haben zuerst auf unsere liebste Informationsquelle zurückgegriffen: Reiseblogs. Es gibt bereits viele Reiseberichte zu den verschiedenen Trekking-Touren in Nepal. Wirklich hilfreich erwies sich auch Instagram und der direkte Kontakt zu Reisenden, die gerade vor Ort in Nepal sind. Wir konnten all unsere Fragen stellen und Unsicherheiten klären.

Doch die schwierigste Frage konnten wir dadurch nicht klären – welcher Trek passt zu uns? Welche Tour ist für uns machbar? 

Letztlich war es der gute, alte Stefan Lose Reiseführer für Nepal, der eine klasse Übersicht bot. Wir können ihn an dieser Stelle absolut weiterempfehlen! Alle möglichen Trekking-Touren inkl. Schwierigkeitsgrad, Dauer und Erwartungen wurden dort tabellarisch aufgelistet. Wir schwankten zwischen dem Poon Hill Trek (Annapurna Region), dem Annapurna BaseCamp Trek (Annapurna Region) und dem Langtang Trek (Kathmandu). Unsere Entscheidung fiel auf den Poon Hill Trek, weil wir unbedingt in die Region des Annapurna-Gebirges wollten, nachdem wir uns die Erfahrungsberichte & Bilder der anderen Travelblogger durchgelesen und angeschaut hatten. Der Trek hat seinen Namen aufgrund der Nähe von Ghorepani zum PoonHill und man kann morgens zum Sonnenaufgang um 6:30 Uhr den Berg hochklettern. Die Aussicht von dort teilt man sich zwar mit einer breiten Masse an Trekkern, sie ist trotzdem atemraubend schön. Es wirkte fast surreal.  Fast 2/3 aller Trekker entscheiden sich letztlich für die Annapurna Region – wegen spektakulärer Aussicht, wegen leichtem Zugang und wegen unzähliger Trekking-Routen. Die Region um den höhsten aller Berge, den Mount Everest, eignet sich nicht sehr gut für kurze Trekking-Touren wegen der Höhe und weiten Anreise. 

Die Hauptsaison für Wanderungen im Himalaya Gebirge in Nepal ist im Herbst – Anfang Oktober bis Anfang Dezember. Auch der Frühling (Februar bis April) gilt als beliebte Reisezeit für Trekker. 

Folgende Reiseberichte fanden wir hilfreich für unsere Entscheidung:

Letztlich gilt es zuerst ein Gebirge zu wählen bzw. die Region in der ihr eure Trekking-Tour machen wollt. Für uns war dies die erste Trekking-Tour unseres Lebens und wir hatten Sorge uns zu überschätzen, deshalb wählten wir einen kurzen Trek. Der ABC (Annapurna BaseCamp) Trek hätte uns auch gereizt, dauert jedoch etwa doppelt so lang wie der Poon Hill Trek. Wäre für uns noch mehr Zeit in Nepal gewesen, hätten wir gerne auch den Langtang Trek in der Nähe von Kathmandu gemacht – es wurde uns wärmstens empfohlen, weil er noch etwas naturbelassener und touristisch ruhiger sein soll.

(2) Guide oder kein Guide?

Dies ist definitiv eine ‘es kommt drauf an’- Frage, die für uns jedoch relativ schnell geklärt war. Ist es möglich den Poon Hill Trek allein zu machen? Ja, absolut. Damit stand für uns fest, dass wir es allein machen werden. Für uns spielte vor allem der Kostenaspekt hier eine entscheidende Rolle. Zudem war es eine Erfahrung für uns, ein Erlebnis, welches ich nur mit Oleg erleben wollte. 

Während der Tour erlebten wir häufig Guide-Tourist-Gespanne, die etwas angespannt wirkten. Den richtigen Guide zu finden ist wie einen neuen Travelbuddy zu suchen – es sollte irgendwie passen und eine angenehme Atmosphäre herrschen, in der der Guide hilfreiche Informationen und Nice-To-Know-Tipps geben kann.  Ein Guide kann sich für euch um Unterkünfte und teilweise auch um Verpflegung kümmern, je nachdem was für ein Package ihr euch gönnt. Zusätzlich zu einem Guide gibt es immer wieder Trekker, die sich einen Porter mitnehmen – einen Menschen, der dein Gepäck die Berge hoch&runter trägt. Es gibt garantiert Trekking-Guides, die einen guten Job machen und eure Tour aufwerten. Es kann hilfreich sein sich vorab, z.B. in Pokhara, mit dem Guide zu treffen um zu prüfen ob man auf einer Wellenlänge ist. 

Neben der Möglichkeit mit einem Guide loszumarschieren, kann man auch komplett geführte Touren in einer Gruppe über eine Agentur buchen. Hier lernt man einige Wanderlustige aus aller Welt kennen. 

Je nachdem welche Trekking-Tour ihr macht, kann es natürlich sinnvoller sein einen Guide dabei zu haben. 

(3) Örtlichkeiten

Kathmandu ist das Zentrum Nepals – von hier aus erreicht ihr alle Startpunkte für Trekking-Touren und könnt erste Informationen sammeln. Das touristische Citycenter Thamel besteht quasi nur aus Shops mit Trekking-Ausrüstung sowie vielen Trekking-Agenturen und Touristeninformationen. Hier könnt ihr alles buchen und euch auch informieren. Für uns war der Einkauf von Trekking-Kleidung hier etwas günstiger war als in Pokhara. Von Kathmandu aus gibt es mehrere Optionen nach Pokhara zu reisen – diese kleine Stadt gilt als Zwischenstation für alle Trekker in die Annapurna Region. 

Von Kathmandu aus könnt ihr z.B. mit dem Touristenbus, dem Local Bus oder einem Minivan nach Pokhara fahren. Der Unterschied? Die Preisklasse. Der Touristenbus ist theoretisch die teuerste Variante und kostet rund 600 Rupees. Er fährt jedoch nur einmal am Tag – morgens gegen 7 Uhr.  Wir wählten die Option Minivan, weil diese häufiger Richtung Pokhara fahren und wir hofften, dass diese Wahl auch günstiger wäre. Wir zahlten 500 Rupees pro Person und 100 Rupees für unsere Backpacks – hier gab es sicher noch Handlungsspielraum. 


Unterkunftsempfehlung Pokhara: Hotel Sunflower – eine zuckersüße Familie, gutes Wlan, sehr sauber, günstig!


Von Pokhara aus mussten wir für den Poon Hill Trek Richtung Nayapul fahren – dort startete unsere Trekking-Tour laut unserem Gastgeber in Pokhara. Hier gibt es eine noch befahrbare Straße für Busse & Jeeps, weshalb sich manche Reisende auch noch weiter nach oben fahren lassen (Hile oder Kimche). Wir haben den Poon Hill Trek in der ursprünglichen Richtung gemacht – es gibt aber auch die Möglichkeit “andersrum” zu gehen. In unserer Variante müsst ihr die berühmten 3500 Stufen bis Ulleri hochgehen – umgekehrt steigt ihr sie hinab. Die meisten Treks in der Annapurna Region starten in Nayapul. 

Unsere Route verlief über die folgenden Orte

TAG 1 

Pokhara – Nayapul 1013m – Hile – Ulleri 2005m (Übernachtung) 

TAG 2

Ulleri 2005m – Nangethanti – Ghorepani 2820m (Übernachtung)

TAG 3

Ghorepani 2820m – Poon Hill 3210m – Ghorepani – Deurali – Tadapani 2680m (Übernachtung)

TAG 4

Tadapani 2680m – Komrong Danda – Ghandruk – Kimche 1550m – Pokhara 900m

Am ersten Tag sind wir von Pokhara aus mit dem Local Bus nach Nayapul gefahren von der Ecke ‘Zero Kilometer’. Die Busfahrt hat uns 200 Rupees pro Person gekostet und dauerte rund 1,5 Stunden. Am letzten Tag sind wir bis Kimche gewandert und dort gab es einen Bus- und einen Jeep-Counter. Der Jeep war überdimensional teuer und der Local Bus kostete uns 350 Rupees pro Person. Dieses Mal dauerte die Fahrt jedoch um einiges länger, rund 5 Stunden, da wir auf dem Weg ins Tal sehr viele Zwischenstopps einlegten und einige heikle Manöver mit anderen Bussen zu meistern hatten. Der Bus aus Kimche fuhr uns bis zum ‘Baglung Bus Park’, der etwas außerhalb lag. Von hier aus mussten wir einen Local Bus von der Straße anhalten, der uns wieder zur Kreuzung ‘Zero Kilometer’ brachte (15 Rupees pro Person). Ab hier kann man theoretisch zu Fuß gehen oder mit Taxi / Minivan / Local Bus zum See runter fahren. 

 (4) Permits

Für unsere Trekking-Tour benötigten wir zwei Trekking Permits. 

  • TIMS (Trekkers Information Management System) – ihr werdet in das System aufgenommen, sodass nachvollziehbar ist, dass und in welchen Trekking Bereichen ihr euch in welchem Zeitraum aufhaltet (Schutzmaßnahme, falls Trekker verloren gehen). 
  • ACAP (Annapurna Conversation Area Project)  – eine Eintrittsgebühr, die der Erhaltung des jeweiligen Naturschutzgebietes zugute kommt. Meist werden davon Schulen, Lodges oder Baumschulen unterstützt um nachhaltige Erhaltungsmaßnahmen zu finanzieren. 

Beide Genehmigungen könnt ihr sowohl in Kathmandu als auch in Pokhara im jeweiligen Tourist Service Center besorgen. Theoretisch bieten auch viele Agenturen die Vergabe dieser Permits an. Wir sind jedoch direkt zur Behörde gegangen, das spart meist Geld. Die Genehmigungen kosten jeweils 2000 Rupees pro Person. Wir brauchten dafür je zwei Passfotos, die ihr aber auch überall in kleinen Shops ohne viel Aufwand machen lassen könnt. In Pokhara haben wir für 8 Passbilder 300 Rupees bezahlt – das geht vermutlich sogar noch günstiger! Wir mussten für die beiden Genehmigungen unseren Reisepass dabei haben, angeben von wann bis wann wir trekken wollen, eine Kontaktperson in Deutschland angeben, eine Versicherungsnummer für den Fall eines Unfalls und ein paar persönliche Daten in ein Formular eintragen. 40 Dollar ärmer hatten wir rund 15 Minuten später beide Genehmigungen und konnten somit offiziell starten. Im ersten richtigen Dorf mussten wir beide Permits beim Start unserer Tour vorzeigen und wurden in eine Liste aufgenommen. Als wir nach vier Tagen die Berge wieder verlassen wollten, mussten wir aus dieser Liste wieder ausgetragen werden. Wenn ihr euch für eine Tour mit einem Guide entscheidet, kann es sein, dass er sich um diese Angelegenheiten für euch kümmert. 

Je nachdem für welche Trekking-Tour ihr euch entscheidet können andere Genehmigungen relevant werden. 

(5) Ausrüstung

Als wir vor rund vier Monaten in Deutschland unsere Backpacks packten war uns klar, dass für warme Kleidung kein Platz bleiben wird. Eine Reise von Sommer zu Sommer – das klang gut. Jetzt kam uns Nepal mit seinem sich langsam annähernden Winter dazwischen. Mitte November herrschten hier Temperaturen um die 15-20 Grad in Kathmandu. In den Bergen sollte es noch um einiges kälter werden und so blieb uns keine Wahl – wir brauchten neue Kleidung

Wir waren uns auch hier wirklich unsicher wie warm unsere Kleidung sein muss, wie viele Pullover wir brauchen, wie dick die Jacke sein sollte, ob wir Handschuhe und Mütze brauchten? So viele Fragen und doch kennen wir die Antworten erst jetzt – nach dem Trek. Was auch immer wir mitnehmen wollten, es musste alles in unsere Daypacks passen und möglichst nicht zu schwer sein. Die großen Backpacks konnten wir in unsererm Hotel in Pokhara lassen – dieser Service ist bekannt. Da wir auf einen Porter verzichteten war unser Motto – so viel warme Kleidung wie möglich einpacken, aber so wenig Gewicht wie möglich auf dem Rücken tragen. 

Eine Karte hatten wir übrigens nicht dabei. Die App Maps.Me hat zu jedem Zeitpunkt unserer Tour funktioniert und kannte so gut wie jede Trekking-Route und auch die kleinen Dörfer. Sogar die Höhenmeter konnte uns die App angeben – einfach klasse! Aber auch ohne die App war es für uns beim Poon Hill Trek zu keinem Zeitpunkt unklar welcher Weg richtig sein wird. 

Letztlich hatten wir für unseren Poon Hill Trek folgendes dabei:

1x Daypack

1x Regenschutz Daypack

1x Sport-Leggins

1x Baumwoll-Leggins

1x Fleecehose zum Schlafen

1x Fleecepulli

1x dicke Wolljacke

1x Multifunktionsjacke (Regen/Wind)

4x Langarmshirt

2x Tshirt

4x Top

1x Mütze

4x Socken

3x dicke Socken

1x Schal

1x Erste-Hilfe-Set

1x Taschentücher

2x Klopapier (gibt es in den Lodges normalerweise nicht)

1x Wasserflasche

1x Vaseline (trockene Lippen etc.)

1x E-Book Reader

1x Zahnbürste

1x universale Seife (18 in 1)

1x Deo

1x Schlafsack (super dünn, quasi das Innenlacken – gekauft in Deutschland bei Xeros für 1 Euro)

1x Kamera

1x Handy & Ladekabel

1x Taschenlampe (für den PoonHill)

1x Snackbeutel

1x Sonnenbrille 

Nicht gebraucht habe ich die Sonnenbrille, gerne dabei gehabt hätte ich Handschuhe. Während des Treks war das nicht notwendig, aber als wir zum Sonnenaufgang zum Poon Hill gewandert sind war es so kalt – bitterkalt. Ansonsten war ich mit dieser Packliste sehr zufrieden. Es war kalt und daran hätte auch ein weiterer Pullover nicht mehr viel geändert. Tagsüber waren wir in Bewegung, ab nachmittags hatten wir meist einen netten Platz am Ofen in einem Aufenthaltsraum der jeweiligen Lodge. Die Nächte waren kalt, wirklich kalt (Ende November). Aber wir hatten dicke Decken und darunter wurde es warm genug. Den Schlafsack habe ich einmal genutzt – Oleg hat seinen nicht gebraucht. Unser Gastgeber in Pokhara meinte, dass es nicht notwendig sei für diesen Trek einen Schlafsack mitzunehmen. Wir hätten keine dickeren Schlafsäcke tragen wollen. Übrigens: Trekkingschuhe hatte ich bereits aus Deutschland mit im Gepäck, Oleg war mit seinen Turnschuhen unterwegs. 

Zum Teil hätte ich mir Trekkingstöcke gewünscht, da sie mir beim Treppen steigen hätten helfen können. 

(6) Shopping

Auch wenn wir es nicht mögen und es uns wirklich keinen Spaß macht – handeln ist wichtig. Die Trekking-Shops in Kathmandu und auch in Pokhara haben so gut wie nie Preise an ihren Produkten. Jeder Preis wird vom Händler in dem Moment deiner Frage gemacht und letztlich hängt es vom persönlichen Geschick ab, wie viel man für seine Ausrüstung zahlt. 

Wir haben fast alles in Kathmandu eingekauft und letztlich folgende Preise erhalten

Trekking Hose Oleg – 1500 (statt 1950)

Warme Wolljacke – 2000 (statt 3200)

Trekking-Leggins – 1200 (statt 1300)

Fleece-Pullover – 500 

Fleece-Hose – 500 

Meine Multifunktionsjacke habe ich im “Sale” aus einem Karton für Kinderkleidung gefischt und letztlich 1000 Rupees bezahlt. Dazu gab es eine 1-Liter-Trinkflasche für 300 Rupees. Wie ihr sehen könnt ist unser Verhandlungsgeschick nicht das Beste, aber wir haben es versucht. 

(7) Verpflegung

Uns wurde mehrfach dazu geraten uns vorab in Pokhara mit Snacks für den Tag zu versorgen – das Essen ist in den Bergen teurer. Diesem Ratschlag sind wir gefolgt und haben uns mit salzigem Popcorn, Mentos, Cookies und Schokoriegeln eingedeckt. Wir haben uns außerdem Tabletten zur Wassersäuberung gekauft (300 Rupees für 50 Stück) um das Wasser aus den Wasserhähnen filtern und trinken zu können. Theoretisch gab es auf dem Trek in den Unterkünften sogar Wasserkanister mit Mineralwasser, welches man sich für 80 Rupees pro Liter nachfüllen konnte. Auch Wasser aus Plastikflaschen kann man unterwegs in den Dörfern kaufen – es wird jedoch aus umwelttechnischen Gründen davon abgeraten Plastikflaschen mit in die Berge zu nehmen. Es gibt dort keine Möglichkeit der Müllentsorgung und so sahen auch wir immer wieder vereinzelte Berge aus Plastikmüll oder auch Haufen voll Glasflaschen (Cola-Flaschen, Bierflaschen etc.). 


Ihr könnt aktiv etwas tun – handelt umweltfreundlich und nachhaltig während eurer Trekking-Tour !


Letztlich wurde das Essen immer teurer, je weiter wir in die Berge kamen. Wenn bei der ersten Unterkunft ein Tee noch 60 Rupees gekostet hat, waren es bei der zweiten Unterkunft bereits 90 Rupees. Wir stellten während unseres Treks fest, dass wir bereits in die Zeit der Off-Season gerutscht sind, denn die meisten unserer Unterkünfte waren gerade mal zu 20 Prozent ausgelastet. So wurde uns fast jedes Mal angeboten kostenlos in den Lodges zu übernachten, wenn wir uns bereit erklärten dort Dinner & Breakfast zu essen. Jede Lodge in der wir schliefen hatte die gleiche Speisekarte und demnach macht es preislich absolut keinen Unterschied wo man letztlich isst. Wir sind diesen Deal also jedes Mal sehr gerne eingegangen. Es gibt das Standard-Trekker-Essen: Dal Bhat (Reis, eine Art Curry, Kartoffeln, Gemüse). Hierbei zahlten wir jedes Mal zwischen 500 – 550 Rupees und man darf sich den Teller so häufig nachfüllen lassen wie man mag – ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis! Außerdem gab es Suppen, Nudeln, Reisgerichte, Pizza, Pommes uvm. auf den Speisekarten. Zum Frühstück gab es für mich meist Porridge mit Früchten (rund 350 Rupees) und für Oleg ein Breakfast-Set (Toast, Kartoffeln, Ei). 

Ein Hinweis noch: Im Normalfall dauert es lang bis ihr euer Essen bekommt und deshalb bestellt man sein Abendessen oder Frühstück bereits auf eine bestimmte Uhrzeit vor. Die Küchen der Lodges besitzen meist nur zwei Herdplatten. Es kann praktisch und umweltschonend sein sich mit anderen Gästen abzusprechen welche Gerichte gekocht werden, damit der Koch gleich mehrere Portionen eines Gerichtes zubereiten kann. 

(8) Unterkünfte

In den Unterkünfte haben wir in 2/3 Fällen für umsonst schlafen dürfen. Einmal zahlten wir 100 Rupees pro Person in einem Zwei-Bett-Zimmer. Wir hatten einmal ein Doppelbett und sonst Zwei-Bett-Zimmer. Die Preise der Zimmer standen auch auf der Karte und lagen meist bei 300-600 Rupees pro Doppelzimmer. 

Jede unserer Unterkünfte hatte Wifi und es funktionierte auch. Wir hatten in allen Unterkünften eine heiße Dusche. Häufig hatten wir zuvor gelesen, dass teilweise Geld genommen wird für den Zugang zum Wifi, Recharge vom Handy oder die warme Dusche. Uns blieben diese Kosten erspart und wir konnten alles gratis nutzen. Der Grund? Wie bereits erwähnt, waren bei unserem Trek kaum andere Gäste in den Unterkünften und meist gerade mal 20 Prozent der Zimmer belegt. Es schien als hätten wir gerade das Ende der Hochsaison erreicht (Ende November/Anfang Dezember). Zu einem anderen Zeitpunkt kann es jedoch durchaus sein, dass euch diese Kosten in Rechnung gestellt werden. Uns wurden jedes Mal warme Decken zur Verfügung gestellt und einmal hatten wir sogar ein Bad anknüpfend an unser Zimmer – sonst gab es Gemeinschaftsbadezimmer. Die Lodges waren jedes Mal sauber und wir konnten kaum klagen. 

(9) Fitness-Level

Wie fit muss man für eine Trekking-Tour sein? Eine gute Frage. Wir hatten diese schöne Übersicht mit der Einstufung in verschiedene Level. Ein leichter Trek zum Einstieg – das war der Plan. Olegs Fitnesslevel ist um einiges besser als meines und demnach versuchten wir etwas zu finden, das uns beiden Spaß machen kann. Was soll ich sagen – ein wenig Vorbereitung hätte mir nicht geschadet. Seit wir auf Weltreise sind, war ich einmal in Bangkok laufen und in Laos ein paar mal schwimmen. Ich bin nicht der sportliche Typ. Für den Poon Hill Trek hätte mir etwas mehr Kondition und ein paar mehr Beinmuskeln nicht schaden können. Dann hätte ich die ewigen Stufen der tausend Treppen dieser Tour nicht so verachten und mit Todesblicken massakrieren müssen. Der Aufstieg zum Poon Hill selbst war auch kein Zuckerschlecken für mich – es ging rund 45 Minuten lang Treppen bergauf. Aber es war meine erste Trekking-Tour und ich habe es überstehen können. Ich bin durchaus ein paar Mal an meine Grenzen gestoßen und war den Tränen nahe, aber wer häufiger mal etwas Sport treibt – Joggen geht – Treppen hochrennt  – der wird diesen Trek locker meistern. Der Treppenaufstieg war einfach jedes Mal zum Verzweifeln – kein Ende in Sicht, ein Berg vor der Nase und unter meinen Füßen Stufen über Stufen. 

Ein Hinweis zur Gesundheit: ein nicht unbekanntes Syndrom bei Wanderungen im Himalaya-Gebirge ist die sogenannte Höhenkrankheit. In hohen Höhen können der hohe Luftdruck und niedrigere Sauerstoffgehalt zu folgenden Symptomen führen: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Herzrasen. Fast jeder Trekker erlebt ab 4000m Höhe eine Form der Höhenkrankheit, es ist jedoch meist schwierig diese Symptome eigens zu identifizieren. Behandlung? In akuten Fällen wird zum Abstieg geraten. Goldene Regel – ab 3000m Höhe sollte der tägliche Höhenanstieg nicht mehr als 300-400m betragen. Wir haben beim Poon Hill Trek nur direkt auf dem Poon Hill eine Höhe über 3000m erlebt & blieben von der Höhenkrankheit verschont. 

(10) Kosten

Uns wurde vorab gesagt, dass wir während der Trekking-Tour rund 20 Dollar pro Tag pro Person einplanen sollen – sprich etwa 2000 Rupees. Wir konnten, dank dem Ende der Hochsaison, um einiges günstiger davon kommen. Wir sind jedoch erstmal mit 20.000 Rupees gestartet, um genügend Bargeld dabei zu haben (keine Möglichkeit Geld unterwegs zu bekommen). Alle Kosten beziehen sich auf zwei Personen. 


V O R A B

(inkl. Transport)

T R A N S P O R T

= 3530 Rupees

Kathmandu – Pokhara: 1200 Rupees

Pokhara – Nayapul: 400 Rupees

Kimche – Pokhara: 730 Rupees (inkl. Local Bus in Pokhara)

Pokhara – Kathmandu: 1400 Rupees

P E R M I T S

= 8000 Rupees (+300 Rupees Passfotos)

A U S R Ü S T U N G

= 9280 Rupees (Kleidung, Wassertabletten, Snacks) 


W Ä H R E N D D E S S E N

(ohne Transport)

T A G 1 – nur Kosten für Dinner (siehe Tag 2)

T A G 2 – Dinner Tag 1 & Breakfast Tag 2 + Tee = 2560 Rupees

T A G 3 – Dinner Tag 2 & Breakfast Tag 3 + Eintritt Poon Hill (50 Rupees pro Person) + Tee = 4150 Rupees

T A G 4 –  Dinner Tag 3 & Breakfast Tag 4 + Übernachtungskosten + Snack während Busfahrt = 2680 Rupees

= durchschnittlich etwa 2350 Rupees pro Tag für zwei Personen

(Bemerkung: die Kosten von Tag 3 sind höher, da Oleg Geburtstag hatte & wir uns Kuchen+mehr Tee gegönnt haben) 


G E S A M T

– all inklusive – Verpflegung, Unterkunft, Transport ab Kathmandu, Ausrüstung, Permits –

30.700 Rupees

(In diese Summe sind nicht einbezogen die Unterkunftskosten in Pokhara, da dies für uns wie ein zusätzlicher Urlaubsort war und nicht nur eine Zwischenstation zum Trekken)


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